Auf einen Blick

  • Eine Schikane des Vermieters ist häufig mit dem Ziel verbunden, den Mieter aus der Wohnung zu drängen
  • Mieter sollten sämtliche Sachverhalte dokumentieren
  • Für eine sichere Vorgehensweise gegen den Vermieter sind der Mieterschutzbund sowie ein Anwalt die richtigen Ansprechpartner

In Deiner Wohnung möchtest Du Dich wohlfühlen und in Ruhe Dein Leben leben. Du überweist pünktlich Deine Miete, verhältst Dich rücksichtsvoll und dennoch scheint etwas mit dem Vermieter im Argen zu liegen oder er schreit Dich sogar an.

Die Rechte der Mieter sind in Deutschland hoch angesehen. So ist es kaum möglich einen Mieter einfach zu kündigen und die Fristen sind relativ lang.

Kommt es zu einem Konflikt mit dem Vermieter, sieht dieser teilweise kaum andere Mittel, als die Schikane, um den Mieter aus der Wohnung zu vertreiben. Er setzt die Mieter psychisch unter Druck und möchte auf diese Weise den Mietvertrag beendigen.

Doch was kannst Du unternehmen, wenn der Vermieter mit ständigen Schikanen einen Psychoterror betreibt? Wehre Dich mit den folgenden Mitteln gegen den illegalen Druck des Vermieters.

Gängige Schikanen des Vermieters

  • Kaution unerlaubt einbehalten
  • Zum Renovieren zwingen
  • Besucher verbieten
  • An der Tür klingeln oder ständig anrufen
  • Wasser oder Strom abstellen
  • Baugerüst vor Haus aufstellen
  • Unnötige Sanierungsarbeiten im Haus durchführen
  • Fenster oder Türen zumauern

Mögliche Schikanen vom Vermieter

Vermieter versuchen mit den unterschiedlichsten Methoden unliebsame Mieter zum Auszug zu bewegen. Dabei wiederholen sich bestimmte Muster, die die Wohnqualität senken sollen. Folgende Methoden wenden Vermieter häufiger an und hoffen darauf, dass Mieter diese einfach hinnehmen.

Renovierung beim Auszug erzwingen

Beim Auszug bestehen Vermieter darauf, dass eine komplette Renovierung der Wohnung stattfindet. Sie hoffen darauf, dass Mieter die unliebsamen Arbeiten übernehmen, die Wände streichen und dem Vermieter dadurch einige Kosten ersparen.

Doch selbst wenn im Mietvertrag eine Klausel zur Renovierung vereinbart wurde, erweist sich diese in der Praxis meist als ungültig. Pauschal darf der Vermieter Dich nicht zwingen die Wohnung vor der Wohnungsübergabe zu streichen oder komplett zu renovieren.

Es ist immer der aktuelle Zustand zu betrachten. Erst, wenn Du die Wände selbst in einer auffälligen Farbe gestrichen hast oder die Wohnung deutlich abgenutzt ist, bist Du verpflichtet die Renovierungsarbeiten durchzuführen.

Besuch verbieten

In Deiner Wohnung sind Familie und Freunde herzlich willkommen. Doch dem Vermieter ist die Anwesenheit ein Dorn im Auge. Also besteht die Idee mit einem Hausverbot die unliebsamen Besucher fernzuhalten.

Ein solches Verbot stellt allerdings einen unerlaubten Eingriff in die Grundrechte des Mieters dar. Das allgemeine Besuchsverbot oder Einschränkungen zu bestimmten Uhrzeiten sind ungültig. Du darfst die Besucher also weiterhin empfangen.

Erlaubt ist das Verbot nur, wenn triftige Gründe vorliegen. Stören Besucher den Hausfrieden, ist ein Hausverbot durchsetzbar.

Strom oder Wasser abstellen

Zu drastischen Mitteln greifen einige Vermieter, um einen größeren Druck auszuüben. Mit dem Abstellen des Wassers oder Stroms besteht das Verlangen, dass Mieter so schnell wie möglich ausziehen.

Ob es sich um Mietnomaden oder Mieter handelt, die pünktlich Ihre Miete zahlen, ist unwesentlich. Eine solche Einschränkung erlaubt immer eine Mietminderung von 100 Prozent. So könnte es sich als teure Schikane des Vermieters entpuppen.

Fenster zugemauert

Teilweise sind Fälle bekannt, in denen Vermieter versuchen die Fenster oder sogar Türen zuzumauern. Dies erlaubt nicht nur eine Mietminderung, sondern stellt eine Straftat dar. Mieter sollten sich an die Polizei wenden und dagegen vorgehen.

Umgang mit den Schikanen des Vermieters

Vermietern stehen einige Möglichkeiten offen, die eigenen Mieter zu schikanieren. So könnte er etwa wahllos Abmahnungen verteilen, Kündigungen aussprechen oder die Mülltonnen abschließen. Selbst das Zumauern von Fenstern[1]https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/fenster-zugemauert-urteil-vermieter-muss-wand-wieder-entfernen-li.14882 im Rahmen von „Sanierungsarbeiten“ ist nicht unbekannt.

Das Ziel besteht hierbei darin, die Mieter schnellstmöglich aus der Wohnung zu vertreiben. Ob es am persönlichen Verhältnis liegt oder der Vermieter die Wohnung teurer neu vermieten möchte, lässt sich nicht abschließend klären.

Beratung beim Anwalt
Professionelle Unterstützung

Mit den Problemen wirst Du nicht allein gelassen. Es gibt einige Anlaufstellen, die Dich unterstützen und einen Weg aufzeigen, wie Du mit den Schikanen umgehst. Hierzu zählt etwa der Mieterschutzbund.

Doch als Mieter musst Du Dir diese Handlungen nicht gefallen lassen. In Deutschland gibt es zum Glück einige Anlaufstellen, bei denen Du auch kostenlos um rechtliche Unterstützung bitten kannst.

Eine Option hierfür ist der Mieterschutzbund[2]https://www.mieterschutzbund.de/. Dort ist eine Mitgliedschaft gegen eine geringe Gebühr möglich. Hole Dir dort eine kostenlose Rechtsberatung ein und Du erkennst einen Weg, um mit den Schikanen des Vermieters besser umzugehen.

Denn diesen Psychoterror solltest Du keinesfalls tatenlos über Dich ergehen lassen. Es gibt genügend Möglichkeiten, um darauf zu reagieren und den Vermieter zur Besinnung zu bringen. Das Einschalten eines Anwalts könnte hilfreich sein, um dem Vermieter klar zu zeigen, dass Du diese Schikanen nicht einfach hinnimmst.

Lückenlose Dokumentation

Fallen gewisse Äußerungen im Vieraugen-Gespräch, lässt sich dies später nicht mehr nachvollziehen. Es steht dann Aussage gegen Aussage und aus neutraler Sicht lässt sich kaum sagen, welche Partei hier im Recht liegt.

Für eine nachvollziehbare Argumentation solltest Du das Vorgehen des Vermieters dokumentieren. Hierfür bietet es sich an, wenn Du zukünftig auf jegliche Gespräche oder Telefonate verzichtest. Kommuniziere nur noch per E-Mail oder klassisch auf dem Briefweg. So erzeugst Du eine verfolgbare Kommunikation, die auch von neutraler Seite einsehbar ist.

Fotografiere zudem jegliche Maßnahmen, die der Vermieter ergreift, um Dir das Leben zu erschweren. Fotos und Protokolle helfen Dir, die illegalen Aktionen im Gedächtnis zu behalten.

Weise Deinen Vermieter zudem auf sämtliche Mängel hin. Stellt dieser etwa die Heizung ab und reagiert nicht auf Deinen Schriftverkehr, darfst Du einen Handwerker auf Kosten des Vermieters bestellen[3]https://www.mietrecht.org/mietvertrag/mieter-beauftragt-handwerker, um die Reparaturen durchführen zu lassen.

Mietminderung

Erhält der Vermieter weiterhin pünktlich seine Mietzahlung, scheint der Psychoterror keine negativen Auswirkungen für Ihn zu besitzen. Er bekommt weiterhin die Miete und ein spürbarer Schaden entsteht nicht.

Ist die Mietqualität jedoch deutlich eingeschränkt, steht Dir das Mittel der Mietminderung zur Verfügung. Damit machst Du deutlich, dass die Mängel einen Schaden darstellen und diese die Wohnqualität beeinträchtigen.

Miete reduzieren
Reduzierung der Miete

Treten Mängel in der Wohnung auf, die die Qualität deutlich mindern, ist eine Reduzierung der Miete zulässig. Diese darf bis zu 100% betragen, wenn solch starke Einschränkungen vorliegen. Zeige zunächst den Mangel an, damit der Vermieter diese beheben kann.

Zur Mietminderung können verschiedene Sachverhalte führen. Dazu zählen u.a.:

  • Schäden am Wohnobjekt
  • Schimmelbefall
  • Kaum funktionierende Heizung
  • Lärmbeeinträchtigung

Treten solche Mängel auf, musst Du diese zunächst dem Vermieter anzeigen. Dieser hat daraufhin die Möglichkeit, die Mängel zu beseitigen.

Wurde auch nach einer angemessenen Frist der Mangel nicht beseitigt, darfst Du die Miete um einen gewissen Prozentsatz mindern. Damit dies rechtlich sauber abläuft, solltest Du Dich an den Mieterschutzbund oder einen Anwalt wenden. Diese helfen Dir dabei, dass Du die Miete rechtssicher minderst und später den Betrag nicht zurückzahlen musst.

Anhand der geringeren Zahlungen erhältst Du ein stärkeres Druckmittel. Denn geht es an die Finanzen, merken Vermieter, dass die Streitigkeiten auch zu Ihrem Nachteil sind. Dann lenken Sie hoffentlich ein und merken, dass es nicht sinnvoll ist, das Mietverhältnis auf diese Weise nachhaltig zu stören.

Strafrechtliche Nötigung

Die Mietminderung ist nur das erste Mittel, mit dem Du dem Vermieter begegnen darfst. Natürlich stehen Dir auch weitere Rechtsmittel zur Verfügung, wenn strafrechtlich relevante Schikanen durchgeführt wurden.

Eine Grenze ist deutlich überschritten, wenn zum Beispiel die Wohnungstür eingemauert wurde. Es mag irrsinnig klingen, doch in der Vergangenheit gab es tatsächlich Vermieter, die zu diesem Mittel gegriffen haben.

Ebenso sind das Installieren von Kameras oder das ungefragte Betreten der Wohnung nicht erlaubt. Dies stellt einen Eingriff in Deine Privatsphäre dar und verletzt Deine Rechte als Mieter.

In diesen Fällen ist die Polizei die richtige Adresse. Stelle dort eine Anzeige gegen Deinen Vermieter. Dieser darf Dir aufgrund der Anzeige zudem das Mietverhältnis nicht kündigen. Sollte Dein Vermieter also mitbekommen, dass Du eine Anzeige gegen Ihn gestellt hast, ist dies kein wirksamer Grund für eine Kündigung.

Selbst wenn Dein Vermieter eine fristlose Kündigung ausspricht, musst Du diese nicht hinnehmen. Diese ist in der Regel unwirksam und nur ein weiterer Versuch Dich einzuschüchtern und Dich aus der Mietwohnung zu drängen.

Langfristiger Seelenfrieden

Bisher hast Du zahlreiche Tipps und Antworten darauf erhalten, was Dir als Mieter für Möglichkeiten bleiben, gegen die Schikanen des Vermieters vorzugehen. Rechtlich stehst Du auf der sicheren Seite und es lässt sich leicht nachweisen, welches Spiel Dein Vermieter mit Dir treibt.

In der Praxis solltest Du jedoch auch auf Deine eigene Gesundheit achten. Fühlst Du Dich in der Wohnung nicht mehr wohl, führt dies zu einer mentalen Belastung. Der Stress greift Dein Wohlbefinden an und könnte mit gesundheitlichen Konsequenzen einhergehen.

Gesundheit des Mieters
Auf die Gesundheit achten

Die Konflikte mit dem Vermieter führen zu einem dauerhaften Stress. Dieser schlägt auf Deine Gesundheit und vermindert Dein Wohlbefinden. Langfristig solltest Du Dir daher eine neue Wohnung suchen, um diesem Ärger aus dem Weg zu gehen.

Wäge daher ab, wie schnell Du eine vergleichbare Wohnung findest, um den laufenden Streitigkeiten zu entkommen. Fällt Dir der Umzug leicht und Du bist nicht an die derzeitige Wohnung gebunden, dann gehe den „einfachen“ Weg und ziehe um.

Dies mag zwar das Gefühl hinterlassen, als wäre der Vermieter mit seinen zweifelhaften Handlungen durchgekommen, doch für den eigenen Seelenfrieden solltest Du damit abschließen. Das Recht durchzusetzen ist mit einem langen Atem verbunden und möchtest Du der Situation lieber entfliehen, ist der Umzug gerechtfertigt.

Gründe für den Psychoterror des Vermieters

Als Mieter möchtest Du nur in Ruhe in der Wohnung leben. Du bist immer freundlich zu den anderen Mietern und lässt Dir ansonsten nichts zuschulden kommen. Da überrascht es, wenn der Vermieter plötzlich zu solch drastischen Maßnahmen greift, um Dich aus der Wohnung zu vertreiben. Häufig stehen dahinter finanzielle Interessen.

Teure Neuvermietung

Im Rahmen der Mieterhöhung sind dem Vermieter bei bestehenden Mietverträgen klare Grenzen gesetzt. Diese dürfen nur bis zu einem gewissen Prozentsatz erhöht werden. Sind die Mieten im Umfeld hingegen wesentlich stärker angestiegen, entgeht dem Vermieter in dieser Situation Geld. Denn er darf die Bestandsmiete nicht in diesem Umfang anheben.

Eine Neuvermietung ist finanziell deutlich lukrativer. Beim neuen Mietvertrag darf die Miethöhe dem marktüblichen Niveau entsprechen.

Noch höher ist der Anreiz zur Neuvermietung, wenn eine Sanierung geplant ist. Von staatlicher Seite werden verschiedene Sanierungsmaßnahmen bezuschusst, sodass die Investitionskosten überschaubar sind. Anschließend ist aufgrund des besseren Zustands eine teurere Vermietung möglich.

Persönliches Verhältnis

Selbst wenn finanzielle Interessen im Vordergrund stehen, könnten im Einzelfall auch persönliche Belange für den Umgang verantwortlich sein. Wohnen die Vermieter etwa im selben Haus, könnten diese sich durch Kleinigkeiten gestört fühlen. Diese schaukeln sich so weit auf, bis Sie versuchen den Mieter mit aller Macht aus dem Haus zu ekeln. Bei solchen Menschen hilft selten das Gespräch und nur der Umzug lässt wieder Ruhe in Dein Leben einkehren.

Die Schikane des Vermieters

In Deutschland sind die Rechte des Mieters weitläufig geschützt. Zur Kündigung des Mietvertrages bedarf es einen kräftigen Grund. Zudem sind die Kündigungsfristen relativ lang.

Möchte der Vermieter aus verschiedenen Gründen den Mieter aus dem Haus bekommen, könnte er zu drastischen Mitteln, wie dem Psychoterror greifen. Das Abschalten der Heizung, das Zumauern von Fenstern oder das Verfallen lassen des Gebäudes sind keine Seltenheit.

Wehre Dich zunächst mithilfe des Mieterschutzbundes oder einem Anwalt und setze eine Mietminderung durch. Diese kann in Extremfällen bis zu 100% betragen.

Langfristig solltest Du Dir jedoch eine neue Wohnung suchen. Andernfalls leidet Deine mentale Gesundheit unter dem Verhalten des Vermieters und diese Belastung stört Deinen Seelenfrieden.

Häufige Fragen

Als Mieter musst Du Dir von Seiten des Vermieters, grob gesagt, nichts gefallen lassen. Als Mieter bist Du mit einigen Rechten ausgestattet, die es Dir erlauben Dich gegen die Schikanen zu wehren. In Zusammenarbeit mit dem Mieterschutzbund etwa ist eine Mietminderung durchsetzbar.

Treten Streitigkeiten innerhalb der Mietergemeinschaft auf, ist dies eine hohe Belastung für die Wohnatmosphäre. Diese leidet unter dem Nachbarschaftsstreit oder dem Mobbing. Bist Du dem Mobbing eines anderen Mieters ausgesetzt, dann führe ein strenges Protokoll und dokumentiere die Vorkommnisse. Teile diese dem Vermieter mit und wende Dich gegebenenfalls an die Polizei, wenn das Mobbing nicht nachlässt.

Eine Nötigung könnte vorliegen, wenn der Vermieter die Haustür versperrt und Dich damit daran hindert, die Wohnung zu verlassen. Stelle eine Strafanzeige bei der Polizei. Die Nötigung ist keinesfalls ein Kavaliersdelikt und wird strafrechtlich verfolgt.

Ein Vermieter unterliegt den gleichen Gesetzen, wie jeder andere Bürger auch. Er macht sich etwa strafbar, wenn er ungefragt Deine Wohnung betritt oder gar Dein Eigentum aus dem Keller entsorgt. Dann liegen strafbare Handlungen vor, die Du zur Anzeige bringen solltest.