Auf einen Blick

  • In älteren Immobilien kann eine höhere Feuchtigkeit im Keller auftreten
  • Die Risiken durch die Feuchtigkeit sind nicht zu unterschätzen
  • Ein zu feuchter Keller stellt einen Mangel dar, den Du als Mieter nicht hinnehmen musst

Feuchtigkeit möchtest Du im Haus eigentlich vermeiden. Ist die Gefahr doch groß, dass sich Schimmel bildet und die Wohnqualität nachhaltig beeinträchtigt. Auch die Bausubstanz könnte von der Feuchtigkeit angegriffen werden.

Doch im Keller lässt sich die Feuchtigkeit kaum vermeiden. Das Lüften ist nur schwer durchführbar und die Räume sind wesentlich kälter. Dadurch herrscht eine höhere Luftfeuchtigkeit, die Dich beunruhigen könnte.

Insbesondere in Altbauten sind die Voraussetzungen andere. Ist es dort normal, dass der Keller feucht ist oder ist dies ein Grund zur Sorge?

Keller vor dem 19. Jahrhundert

Altbau ist nicht gleich Altbau. Du musst differenzieren, aus welcher Zeit das Haus stammt. Denn je nach Alter unterscheiden sich die baulichen Gegebenheiten. So gab es etwa unterschiedliche Verwendungszwecke für den Keller, sodass auch die Gestaltung sich verändert hat.

Die Bausubstanz bei Kellern vor dem 19. Jahrhundert ist noch denkbar simpel. Es gab an den Wänden oder außerhalb keinerlei Abdichtungen, die ein Eindringen des Wassers verhinderten. Lediglich eine Lehmschicht sollte dafür sorgen, dass das Regenwasser nicht direkt in den Keller läuft.

Fleisch im Keller lagern
Lagerung im Feuchtekeller

Ursprünglich war eine gewisse Feuchtigkeit im Keller vorteilhaft. Dies ermöglichte eine leichtere Lagerung von Lebensmitteln und war im Altbau wünschenswert. Eine Luftfeuchtigkeit von 80 bis 95% war daher normal.

Anders als heute, bestand das Ziel aber nicht darin, den Keller komplett frei von Feuchtigkeit zu halten. Zur Lagerung war die höhere Luftfeuchtigkeit vorteilhaft und gewünscht. Es wurden Lebensmittel[1]https://www.gartenhaus-gmbh.de/magazin/lagerung-im-erdkeller/ und andere Gegenstände in der leicht feuchten Umgebung gelagert. Diese war etwas wärmer und dank der konstanten Temperatur herrschten optimale Bedingungen für die Lebensmittel.

Eine leichte Feuchtigkeit im Keller war in dieser Zeit normal. Allerdings durfte es natürlich auch nicht zu feucht sein, da dies auch damals schon mit negativen Folgen verbunden war. Ungeziefer oder Schimmel könnten sich dann im Keller ausbreiten und die Lagerung der Lebensmittel wäre kaum mehr möglich.

Wohnst Du in solch einem „historischen“ Altbau, ist ein etwas feuchter Keller also normal. Zu den höher gelegenen Stockwerken besteht eine Isolation, sodass die Feuchtigkeit nicht nach oben dringen sollte. Die dicken Ziegel und Natursteine verhindern jedes Durchdringen der Feuchtigkeit. Herrscht im Keller eine höhere Luftfeuchtigkeit, aber in der Wohnung ist davon nichts zu spüren, ist dies kein Grund zur Sorge.

Altbau in den 1950er-Jahren

Der Verwendungszweck des Kellers änderte sich im 20. Jahrhundert grundlegend. Es gab nun Kühlschränke und Gefriertruhen, sodass eine kühle Lagerung im Keller nicht mehr notwendig war.

Das Ziel bestand nun darin, den Keller möglichst trocken zu halten. Die Feuchtigkeit war nicht erwünscht und zu diesem Zweck wurden Abdichtungen installiert. Mit diesen wurden die Kellerwände horizontal und vertikal abgedeckt, um das Eindringen der Feuchtigkeit zu verhindern. Unter der Bodenplatte war jedoch eine Abdichtung noch nicht Standard.

Noch strenger wurden die baulichen Veränderungen als etwa Mitte der 1970er-Jahre der Keller zunehmend als Wohnraum entdeckt wurde. In Form von Souterrainwohnungen waren dort zunächst vorwiegend Hausmeister oder andere Bedienstete untergebracht. Mittlerweile sind diese Wohnungen aber auf dem ganz gewöhnlichen Markt verfügbar und stellen eine günstigere Wohnform dar.

Feuchtigkeit stellt Mangel dar
Feuchtigkeit im Keller stellt Mangel dar

Mittlerweile dient der Keller nicht mehr als Lagerstätte für Lebensmittel. Er sollte daher vollkommen trocken sein. Herrscht dort eine höhere Feuchtigkeit, stellt dies einen Mangel dar. Du kannst den Keller nicht mehr uneingeschränkt nutzen und es drohen Feuchteschäden. Weise Deinen Vermieter darauf hin und mindere notfalls die Miete, wenn der Mangel fortbesteht.

Damit verbunden ist das Ziel, dass die Wohnräume komplett trocken sind und keinerlei Feuchtigkeit aufweisen. Die Luftfeuchtigkeit soll sich im gesunden Rahmen bewegen, sodass sich keinerlei Schimmel bildet. Daher waren strengere Abdichtungen notwendig und es wurde Wert darauf gelegt, dass der Keller trocken ist.

Aus diesem historischen Kontext zeigt sich, dass der Keller in Altbauten vor dem 20. Jahrhundert noch deutlich feuchter waren. Er wurde als Lagerraum genutzt und die Feuchtigkeit war wünschenswert für die Haltbarkeit der Lebensmittel. Mittlerweile werden Keller nur noch selten zur Lagerung der Lebensmittel genutzt. Daher besteht das Ziel den Keller trocken zu halten und eine höhere Luftfeuchtigkeit ist nicht gewünscht. Diese könnte die Gegenstände oder Möbel angreifen, die Mieter im Keller über einen längeren Zeitraum lagern. Ein feuchter Keller stellt einen Mangel dar und sollte vermieden werden.

Weshalb herrscht eine höhere Feuchtigkeit im Keller?

Heute sollte der Keller möglichst trocken sein, damit eine uneingeschränkte Nutzung möglich ist. Dennoch kann die Feuchte aufgrund verschiedener Ursachen im Keller auftreten. Um Feuchteschäden zu vermeiden, ist zunächst die Ursache herauszufinden.

  • Fehlerhafte Abdichtung

Eine häufige Fehlerquelle ist die defekte Abdichtung. Diese wurde nicht sachgemäß angebracht oder weist Beschädigungen auf, sodass Feuchtigkeit hindurchdringt. Sie stellt keinen Schutz mehr vor Regenwasser dar. Die Kellerräume sind wesentlich feuchter und die Abdichtung erfüllt nicht ihren Zweck.

  • Feuchte Kellerwände

Die Feuchtigkeit könnte auch von den Wänden stammen. Arbeitet die Drainage nicht ordentlich und sammelt sich das Wasser außen neben den Kellerwänden, könnte es langsam in die Wände dringen. Eine fehlerhafte Drainage könnte daher ein Grund für den feuchten Keller sein.

  • Unzureichendes Fundament

Insbesondere bei Altbauten vor dem 20. Jahrhundert wurde wenig Wert auf das Fundament gelegt. Die Gebäude stehen teilweise direkt auf dem Untergrund oder es wurde nur ein Streifenfundament angelegt. Dies begünstigt das Eindringen der Feuchtigkeit und stellt keine angemessene Abdichtung dar.

  • Weitere bauliche Mängel

Altbauten können zudem eine Vielzahl von Mängeln aufweisen, die zur Feuchtigkeit im Keller beitragen. Dies könnte etwa eine fehlerhafte Regenrinne sein oder undichte Rohre. Ohnehin könnte das Lüften schwerfallen, sodass sich die Feuchtigkeit zwangsweise sammelt.

Maßnahmen gegen den feuchten Keller

Moderne Keller sollten keine wesentlich höhere Feuchtigkeit aufweisen als die Wohnräume. Herrscht dennoch eine höhere Luftfeuchtigkeit, ist eine Mietminderung zulässig[2]https://www.innotech-team.de/feuchter-keller-im-mietshaus-das-sind-ihre-rechte/ , wenn der Vermieter sich nicht darum kümmert und der Keller kaum nutzbar ist.

Die folgenden Maßnahmen helfen, um Feuchteschäden zu vermeiden und eine geringere Luftfeuchtigkeit zu erzielen. Häufig sind allerdings umfangreiche Sanierungsarbeiten notwendig, um die Feuchtigkeit fernzuhalten.

Abdichtungen

Im ersten Schritt muss die Abdichtung überprüft werden. Erfüllt diese ihren Zweck oder ist eine Nachbesserung notwendig?

Eigentümer müssen hierzu einen Fachmann beauftragen. Dieser kann den Zustand beurteilen und die entsprechenden Arbeiten durchführen, damit die Feuchtigkeit nicht mehr ungehindert in den Keller dringt.

Lüften

Ähnlich wie in den Wohnräumen ist auch das Lüften wichtig, damit die Feuchtigkeit entweicht. Ein tägliches Stoßlüften ist daher auch im Keller die richtige Maßnahme, um die Luftfeuchtigkeit zu regulieren. Möglicherweise ist der Einbau eines eigenen Lüftungssystems notwendig, wenn die Fenster einen unzureichenden Luftaustausch bieten.

Heizen

In kälteren Räumen ist die Luft weniger in der Lage, die Feuchtigkeit aufzunehmen. Sie kondensiert schneller und begünstigt die Schimmelbildung im Altbau. Daher zählt es zu den Maßnahmen auch im Keller höhere Temperaturen zu erzielen. Ist es auch im Keller mehr als 10°C warm, setzt sich die Feuchtigkeit weniger ab und die Gefahr einer Schimmelbildung ist geringer.

Die Feuchtigkeit im Keller

Während es bei Altbauten zunächst normal war, dass dort eine höhere Feuchtigkeit herrschte, ist dies heute nicht mehr der Fall. Ursprünglich war die Feuchte nützlich, um Lebensmittel zu lagern und deren Haltbarkeit zu erhöhen. Daher waren Kellerräume weder abgedichtet noch bestanden ausreichend Lüftungsmöglichkeiten.

Weist der Keller hingegen heutzutage eine hohe Luftfeuchtigkeit auf, stellt dies einen Mangel dar. Auch im Altbau sollte der Keller nicht feucht sein. Die Feuchtigkeit erschwert die Nutzung und führt dazu, dass die eingelagerten Gegenstände einen Schaden nehmen. Zeig diesen Mangel an und setze notfalls eine Mietminderung durch. Die Feuchtigkeit ist im modernen Altbau nicht normal.

Häufige Fragen

Eine etwas höhere Luftfeuchtigkeit von rund 60% ist im Keller normal. Die Wandfeuchte darf hierbei zwischen 1,5 und 15% liegen. Dies ist abhängig von der Bausubstanz.

Ist der Keller feucht, stellt dies einen Mangel dar. Die Feuchtigkeit begünstigt die Schimmelbildung und bietet bessere Lebensbedingungen für Ungeziefer. Daher sind auch im Keller die üblichen Grenzen der Luftfeuchtigkeit zu beachten.

Die tolerierbare Luftfeuchtigkeit hängt von der Nutzung des Kellers ab. Wird dieser regelmäßig genutzt, sind die Werte vergleichbar mit dem Wohnraum. Dann sollte die Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60% liegen. Wird dieser als Lagerraum genutzt, ist eine etwas höhere Luftfeuchtigkeit möglich. Allerdings sollten dann keine feuchteempfindlichen Gegenstände unter solchen Bedingungen gelagert werden.

Sebastian Jacobitz

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