Auf einen Blick

  • Das Modulhaus wird nach dem Baukastenprinzip gefertigt
  • Aufgrund der hohen Standardisierung sind die Baukosten geringer
  • Bei der Gestaltung sind jedoch Einschränkungen hinzunehmen, sodass keine komplette Individualisierung möglich ist

Du hast gewisse Vorstellungen davon, wie Dein Haus aussehen und was es bieten soll. Doch das Budget ist begrenzt und der Bau eines individuellen Eigenheims unter Beauftragung eines Architekten scheint kaum erschwinglich.

Dann stellt das Modulhaus einen idealen Kompromiss dar. Denn es besteht aus vorgefertigten Teilen, die sich nach Deinen Wünschen zusammenstellen lassen. So kannst Du das Modulhaus kaufen, welches relativ günstig ist, aber dennoch Deinen Anforderungen entspricht.

Was zeichnet das Modulhaus aus und wäre diese Variante des Bauens auch für Dich eine Option? Im Folgenden erhältst Du einen ausführlichen Überblick über die Modulbauweise und was sie so besonders macht.

Definition eines Modulhauses

Ein Modulhaus beruft sich in der Grundlage auf ein Fertighaus, welches in größerer Stückzahl gefertigt wird. Dieses wird nach dem Baukastenprinzip gestaltet. Es gibt vorgefertigte Module, die nach Deinen Wünschen zusammengesetzt werden. Dadurch kannst Du selbst bestimmen, wie das Haus insgesamt gestaltet wird. Die einzelnen Räume sind in der Regel aber vorgefertigt. Damit kannst Du nicht frei entscheiden, wie das Wohnzimmer oder Badezimmer aussehen, sondern lediglich aus einer Vorauswahl die Zusammensetzung festlegen.

Die Module werden dann vom Hersteller zur Baustelle geliefert. Wie diese aufbereitet sind, hängt vom jeweiligen Anbieter ab. Sie könnten beispielsweise bereits mit einem Bodenbelag sowie den Fenstern und Türen ausgestattet sein, sodass lediglich der Aufbau anfällt.

Baukastenprinzip
Baukastenprinzip für das Haus

Beim Modulhaus werden die einzelnen Räume als gesamtes Modul vorgefertigt. Beim Hausbau müssen die Teileinheiten lediglich verbunden werden. Dadurch ist ein zügiger und effizienter Bau möglich. Die Kosten sind geringer im Vergleich zu einer herkömmlichen Bauweise. Allerdings ist eine individuelle Gestaltung der Module nicht möglich, sondern es besteht eine feste Vorauswahl.

Bei der Modulbauweise werden die einzelnen Einheiten am Ende nur noch miteinander verbunden. Sie werden nebeneinander oder übereinander angeordnet, wie es zuvor vom Bauherr bestimmt wurde. Daher entstammt der Begriff des Baukastenprinzips[1]https://www.mdr.de/einfach-genial/eg-baukasten-haus-100.html , da ähnlich wie bei LEGO oder anderen Spielsteinen, die Module nur zusammengesetzt werden müssen.

Sie ermöglichen zudem in der Praxis häufig eine leichtgängige Erweiterung, sodass das eigene Haus eine individuelle Gestalt annimmt. Sie grenzen sich daher vom Fertighaus ab, welches von Anfang bis Ende einer Standardbauweise entspricht.

Die einzelnen Module werden üblicherweise per LKW zur Baustelle geliefert. Daher bestehen gewisse Einschränkungen in der Größe. Allerdings wird dies am Ende kaum auffallen. Denn die Wohnfläche ist durch das Zusammensetzen keinerlei Beschränkungen unterlegen.

Im fertigen Zustand ist nicht mehr erkennbar, dass es sich um ein Modulhaus handelt. Alles ist aufeinander abgestimmt und vermittelt einen stimmigen Eindruck. So erhältst Du ein Haus, welches Deinen Wünschen entspricht und dennoch relativ kostengünstig ist.

Abgrenzung zum Fertighaus

Häufig wird das Modulhaus mit einem Fertighaus gleichgesetzt. Doch es gibt deutliche Abgrenzungen in den jeweiligen Eigenschaften, die aufzeigen, dass es sich hierbei um unterschiedliche Vorgehensweisen handelt.

Die Ausgestaltung des Fertighauses ist ebenfalls vom Anbieter abhängig. Übereinstimmend besteht jedoch üblicherweise der Grundsatz, dass der Grundriss mit seinen Außenwänden fix ist. Dieser ist nicht veränderbar und aufbauend darauf, wird das Fertighaus gestaltet.

Vorgefertigte Wand
Vorgefertigte Wände

Beim Fertighaus sind in der Regel lediglich die Wände vorgefertigt. Diese werden nach einem eigenen Grundriss auf der Baustelle zusammengesetzt. Der Innenausbau erfolgt individuell, sodass Fertighäuser anpassbarer in der Gestaltung sind als Modulhäuser.

Die Innenräume können teilweise individuell gestaltet werden. So lässt sich etwa die Größe der einzelnen Räume etwas anpassen. Zudem werden keine fertigen Module angeliefert. In der Praxis sind lediglich die Wände vorgefertigt, welche im Endzustand angeliefert werden. Die Erstellung des Fundaments hingegen findet vor Ort statt. Ebenso geschieht der Innenausbau auf der Baustelle und entspricht der konventionellen Bauweise.

Während die Größe der einzelnen Module aufgrund der Transportbedingungen begrenzt ist, ist dies beim Fertighaus nicht der Fall. Hier weisen die Räume häufig eine größere Fläche auf. Daher wird ein Modulhaus eher für eine kleinere Wohnfläche genutzt.

Im Extremfall handelt es sich beim Modulhaus um ein Tiny House. Dieses ist minimalistisch gehalten und könnte sogar auf Rädern platziert werden, um mobil den Standort zu wechseln. Dabei handelt es sich um eine spezielle Form des Modulhauses. Natürlich sind Modulhäuser auch mit einer größeren Wohnfläche erhältlich.

Voraussetzungen für den Bau des Modulhauses

Für den Bau eines Modulhauses müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein. Schließlich handelt es sich um eine gewöhnliche Immobilie und damit geht ein gewisser bürokratischer Aufwand einher.

Zunächst musst Du das passende Grundstück besitzen. Darin muss aufgeführt sein, dass der Bau von Modulhäusern erlaubt ist. Daher ist ein Blick in den Bebauungsplan sinnvoll, um zu erfahren, ob dort die Modulhäuser errichtet werden dürfen. Häufig sind dort bestimmte Eigenschaften für das Haus festgelegt. Dazu zählen unter anderem die Bauhöhe, die Art des Daches oder die Energieversorgung. Halte Dich an diese Bedingungen, damit das Modulhaus den Vorgaben des Baugrundstückes entspricht.

Für den Bau des Modulhauses ist zudem eine Baugenehmigung notwendig. Dabei ist es unerheblich, ob das Gebäude nur auf dem Grundstück steht oder fest im Boden verankert ist. Der Genehmigungsprozess entspricht dem eines Fertighauses und geschieht auf gleiche Weise. Reiche alle notwendigen Unterlagen ein, um die rechtlichen Voraussetzungen für den Bau des Modulhauses zu erfüllen.

Ebenso muss die Finanzierung auf sicheren Beinen stehen. Im ersten Schritt solltest Du das maximale Budget für den Bau des Modulhauses festlegen. Danach ist die Abfrage des Kreditrahmens bei der Bank notwendig. Hast Du Dich für einen Anbieter entschieden und die Kosten stehen weitestgehend fest, wendest Du Dich in weiteres Mal an die Bank, um die Zusicherung für die Baufinanzierung zu erhalten. Dann steht dem weiteren Prozess nichts mehr im Wege und in Kürze wird Dein eigenes Modulhaus fertig sein.

Zielgruppe

Das Modulhaus eignet sich für Interessenten, die in der Lebensplanung noch weniger gefestigt sind. Singles könnten sich für solch ein Modell entscheiden und zunächst ein kleineres Haus bauen. Wird in den kommenden Jahren der Wunsch nach einer eigenen kleinen Familie verwirklicht, lässt sich das Modulhaus relativ einfach erweitern. Die entsprechenden Voraussetzungen wurden beim Bau bereits geschaffen, sodass der Aufwand sich in Grenzen hält.

Ein Modulhaus gilt zudem als günstigere Variante im Vergleich zum Einfamilienhaus. Ist Dein Budget also begrenzt und bestehen keine ausgefallenen Sonderwünsche, könnte das standardisierte Modulhaus genau Deinen Vorstellungen entsprechen.

Modulhaus erweitern
Simple Erweiterung

Das Modulhaus ist so gestaltet, dass eine Erweiterung oder Veränderung ohne größeren Aufwand möglich ist. So lassen sich weitere Räume anschließen oder das Haus verkleinern. Das Eigenheim passt sich ganz einfach den eigenen Lebensverhältnissen an.

Ebenso gut eignet sich das Modulhaus als Gästehaus oder weiteres Gebäude auf dem Grundstück, welches Du anders nutzen kannst. So ist es etwa als separates Büro nützlich oder dient als Anbau für die Eltern, die im fortgeschrittenen Alter in der Nähe der Kinder wohnen möchten.

Somit passt sich das Modulhaus der jeweiligen Lebenssituation an. Veränderungen sind leichter möglich als dies bei einem massiven Einfamilienhaus der Fall ist. Die einzelnen Wohnmodule sind individualisierbar, sodass das Haus stets Deinen Anforderungen entspricht. Es steht genügend Wohnraum zur Verfügung, der sich mit der Geburt des Kindes oder dem Auszug anpasst.

Kostenüberblick

Modulhäuser gehen mit deutlichen Kostenersparnissen einher. Denn die einzelnen Module werden in größerer Stückzahl gefertigt, sodass dort Skaleneffekte in Erscheinung treten. Zudem ist auch die Planungsphase mit einem geringeren Aufwand verbunden. Die Anbieter setzen die Grundlage dafür, dass Du als Bauherr lediglich die Zusammensetzung der Module bestimmst. Eine individuelle Gestaltung von Grund auf ist nicht notwendig.

Dies führt dazu, dass ein kleines Container Haus mit einer Wohnfläche von 50m² bereits ab einem Preis von 50.000 Euro erhältlich ist. Dabei musst Du keine Abstriche in der Qualität hinnehmen. Es handelt sich weiterhin um ein hochwertiges Haus, welches für einige Jahrzehnte eine entsprechende Wohnqualität bietet. Allerdings sind dabei keine Extrawünsche möglich und Du musst den Standard hinnehmen, welcher vom Anbieter vorgelegt wird.

Effiziente Bauweise
Effiziente Bauweise

Beim Modulhaus werden die Teileinheiten in größerer Stückzahl produziert. Dies führt zu Kostenersparnissen, die an den Kunden weitergegeben werden. Ein Modulhaus erweist sich daher als günstiger. Ist allerdings nicht individualisierbar. Reicht Dir solch ein „Standardhaus“ aus, ist die Modulbauweise eine günstige Option für das Eigenheim.

Durchschnittlich liegen die Kosten beim Modulhaus bei einem Preis von 2.000 bis 3.000 Euro pro m². Der Spielraum bezieht sich auf die ausgewählten Baumaterialien sowie der Ausstattung. Möchtest Du etwa einen hochwertigeren Innenausbau, geht dies mit höheren Kosten einher.

Weiterhin musst Du die Kosten für den Transport der Module berücksichtigen. Je mehr Module am Ende eingesetzt werden, desto mehr fallen diese Kosten ins Gewicht.

Im Vergleich zu einem Einfamilienhaus erweist sich das Modulhaus im Allgemeinen als günstiger. Je nach Wohnfläche liegst Du aber auch hier schnell im sechsstelligen Bereich. Daher musst Du vorab genau kalkulieren, welche Bauweise für Dich sinnvoll ist und wie hoch das maximale Budget ausfällt.

Vor- und Nachteile

Welche Vor- und Nachteile sind mit dem Modulbau im Vergleich zum Einfamilienhaus oder dem Fertighaus verbunden? Nachstehend findest Du einige Aspekte, die für oder gegen die Modulhäuser sprechen.

Vorteile

  • Geringere Kosten

Ein Modulhaus erweist sich pro Quadratmeter als günstiger im Vergleich zu konventionellen Bauweisen. Dabei muss Dir aber bewusst sein, dass eine komplett individuelle Ausgestaltung nicht möglich ist. Die Kostenersparnisse entstehen aufgrund der seriellen Produktion, sodass Du in der Gestaltung eingeschränkter bist. Aus Sicht des Preis-Leistungs-Verhältnisses gibt es aber kaum eine effizientere Variante als den Modulbau.

  • Schnellere Bauzeit

Die einzelnen Module werden in der Werkstatt hergestellt. Möglicherweise liegen diese sogar im Lager vorgefertigt bereit, sodass die Herstellung nicht mehr notwendig ist. Beim Bau findet lediglich der Verbund der einzelnen Module statt. Dies geht wesentlich schneller voran, als wenn das Haus von den Mauern auf neu errichtet würde. Der Innenausbau wird ebenfalls bereits zum Großteil bei der Herstellung vollzogen. Somit könnte das Modulhaus bereits nach wenigen Tagen schlüsselfertig gebaut sein.

  • Präziserer Bauablauf

Während beim konventionellen Bau größere Unsicherheiten bestehen, ist der Ablauf beim Modulbau weniger komplex. Ein einzelner Anbieter übernimmt die Errichtung und die einzelnen Prozesse sind bereits einstudiert. Dadurch wird der avisierte Fertigstellungstermin eher eingehalten. Verzögerungen treten seltener auf und Du kannst Dich auf den Einzug freuen.

  • Anpassungsfähigkeit

Ist der Hausbau abgeschlossen, besteht weiterhin die Möglichkeit, die Immobilie den eigenen Ansprüchen nach anzupassen. So ist die Erweiterung zusätzlicher Module möglich, wenn Nachwuchs auf dem Weg ist oder anderweitig ein Bedarf besteht. Das Modulhaus passt sich damit flexibel dem eigenen Leben an und Du musst weniger Kompromisse eingehen.

Nachteile

  • Ohne Keller

Der Grundsatz bei Modulbauten besteht darin, dass diese so simpel wie möglich gehalten werden. Der Aufwand soll minimal sein und ein Keller würde die Komplexität derart erhöhen, dass die eigentlichen Vorteile kaum realisierbar sind. Denn mit dem Keller gehen umfangreiche Aushubarbeiten einher und es besteht das Risiko, dass dort Feuchtigkeit eindringt. Angesichts dessen verzichten die Anbieter darauf, das Modulhaus mit einem Keller auszustatten. Ist ein Keller Dir aber wichtig, musst Du eine andere Bauweise wählen. Ein Modulhaus kommt dann weniger in Frage.

  • Weniger Individualität

Beim Modulhaus besteht nur die Wahl aus vorgefertigten Modulen. Die einzelnen Zimmer lassen sich nicht verändern und sind in der Gestaltung fix. Lediglich die Anordnung sowie die Ausstattung sind variabel. Bestehen Sonderwünsche und bevorzugst Du einen ausgefalleneren Stil, wirst Du mit einem Modulhaus nicht glücklich. Für die Realisierung des individuellen Traumhauses musst Du Dich für das konventionelle Bauen entscheiden, wo sämtliche Wünsche umsetzbar sind.

  • Einschränkungen in der Bauweise

Insgesamt ist die Gestaltung der Module gewissen Grundsätzen unterlegen. Sie sind zum Beispiel üblicherweise rechteckig gestaltet. Runde Formen eignen sich weniger zum Erweitern und stehen dem Baukastenprinzip entgegen. Ebenso sind die Dächer meist in bestimmten Designs gehalten und die Dimensionen der einzelnen Module sind so bestimmt, dass diese einen Transport auf dem LKW zulassen.

Das Modulhaus als günstige Option für das Eigenheim

In den letzten Jahren haben sich immer mehr Anbieter von Modulhäusern[2]https://tiny-houses.de/minihaus-modulhaus/anbieter-singlehaeuser/ auf dem Markt etabliert. Während die Kosten für ein individuelles Einfamilienhaus in die Höhe gehen, besteht dennoch für zahlreiche Interessenten der Wunsch nach einem verhältnismäßig günstigem Eigenheim.

Dieser Wunsch lässt sich mit einem Modulhaus realisieren. Die einzelnen Zimmer werden bereits in der Halle vorgefertigt und am Ende auf der Baustelle nur noch zusammengesetzt. Daher wird diese Vorgehensweise auch als Baukastenprinzip bezeichnet.

Entscheide Dich für Modulhäuser, wenn Du mit den angebotenen Ausführungen zufrieden bist und keine ausgefallenen Wünsche besitzt. Dann kannst Du mit diesen Tipps ein Modulhaus kaufen, welches Dein Budget nicht unnötig strapaziert und dennoch einen hohen Wohnkomfort bietet.

Häufige Fragen

Die Kosten eines Modulhauses hängen von der jeweiligen Ausführung und Ausstattung ab. Die Gesamtkosten bewegen sich bei kleineren Modellen in einem Bereich von wenigstens 50.000 Euro. Bei größeren Varianten musst Du mit einem Quadratmeterpreis von 2.000 bis 3.000 Euro rechnen. Dort ist eine individuellere Gestaltung und Anpassbarkeit vorgesehen.

Beim Modulhaus musst Du keine Abstriche hinsichtlich der Bausubstanz hinnehmen. Die Lebensdauer ist daher vergleichbar mit einem herkömmlich gemauertem Haus. Es ist keinesfalls so, dass die Wände anfälliger für Schäden wären oder schneller abbauen.

Tiny Houses mit einer Wohnfläche von 15 bis 35m² könntest Du noch mit einem Preis ab 50.000 erhalten. Bei 50m² sind jedoch auch Preise im sechsstelligen Bereich möglich, sodass diese Varianten sich keinesfalls mehr als besonders günstig erweisen.

Sebastian Jacobitz

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2 Kommentare

  1. Meine Frau und ich wollen unser Eigenheim planen. Wahrscheinlich werden wir uns für den Modulhausbau entscheiden. Uns gefallen besonders die geringen Kosten und die schnelle Bauzeit.

    1. Hallo Paul,

      angesichts gestiegener Materialpreise ist die Entscheidung zugunsten eines Modulhauses sicherlich nachvollziehbar, um so kosteneffizient wie möglich zu bauen.

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