Auf einen Blick
Der Traum von der eigenen Immobilie ist für einige Personen in weite Ferne gerückt. Steigende Immobilienpreise haben dazu geführt, dass die Häuser nur noch für einkommensstarke Haushalte erschwinglich sind.
Ein Ort, an welchem dennoch eine Aufbruchsstimmung herrscht, ist das Internet. Die Grenzen zwischen dem realen Hier und jetzt sowie dem Virtuellen, verschwimmen immer mehr.
Dies gilt auch für den Immobilienerwerb. Denn mittlerweile ist es auch möglich, Investitionen in digitale Immobilien zu tätigen. Damit ist die Hoffnung verbunden, dass diese im Wert steigen und in Zukunft heiß begehrt sind. Doch lohnt sich der Kauf der digitalen Immobilien und wie genau läuft dies ab?
Digitale Immobilien erklärt
Es mag etwas merkwürdig anmuten, wenn Du eine Immobilie digital erwerben möchtest. Denn eigentlich steht das eigene Haus dafür, dass Du dieses praktisch nutzen kannst. Du hältst Dich in den eigenen vier Wänden auf und verwendest es zum Leben.
Beim digitalen Haus sieht der Verwendungszweck etwas anders aus. Die Grundidee ist jedoch die gleiche, wie das Investment in klassische Häuser.
Du erwirbst ein Grundstück oder Immobilien im virtuellen Raum. Dafür nutzt Du verschiedene Plattformen, die am zukunftsträchtigsten erscheinen. In den Medien wurde etwa das „Metaverse“ seitens Facebook viel Aufmerksamkeit gewidmet.
Grundstück im virtuellen Raum
Bei den digitalen Immobilien erwirbst Du auf einer bestimmten Plattform eine Immobilie, mit dem Ziel, dass diese an Wert gewinnt. Dies ist dann aussichtsreich, wenn sich in dieser Gegend viele Nutzer aufhalten und somit eine günstige Lage besteht.
Die Idee hinter dem Erwerb ist natürlich nicht das selbst bewohnen. Dies ist beim virtuellen Haus nicht möglich. Vielmehr geht es darum, von den Wertsteigerungen zu profitieren und einen höheren Verkaufserlös zu erzielen. Der Wert der digitalen Immobilie bemisst sich im Wesentlichen an der Lage. Zwar ist der Boden theoretisch unbegrenzt verfügbar, doch wollen die Interessenten nicht fernab der belebten Zentren die Immobilie erwerben, sondern dort, wo die meisten Nutzer sich aufhalten.
In der Praxis hat dies bereits dazu geführt, dass einzelne digitale Immobilien für Millionenbeträge gehandelt wurden. Die Grundstückspreise steigen und daher ist das Interesse an dieser Art des Investments berechtigt.
Nutzen der digitalen Immobilien
Der Sinn hinter den digitalen Immobilien ist Dir vielleicht noch nicht klar. Denn warum sollte jemand Geld für ein virtuelles Grundstück ausgeben, wenn er dies gar nicht bewohnen kann?
Die Basis hinter dem Konstrukt der digitalen Immobilien begann mit der virtuellen Welt „Second Life[1]“. Mit Beginn der 2000er Jahre wollten Unternehmen und Nutzer die digitale Welt für sich entdecken. Sie hielten sich in der virtuellen Umgebung auf und verbrachten dort mit Ihren Avataren viel Zeit.
Unternehmen haben dies erkannt und wollten die Möglichkeit nutzen, um sich im Internet zu präsentieren. Dafür haben Sie viel Geld investiert, um etwa Werbeflächen zu belegen oder an belebten Gegenden eigene, virtuelle Geschäfte zu errichten. So waren Sie für die Nutzer präsenter und konnten das Internet vermehrt zu Werbezwecken nutzen.
Seit Beginn der 2000er Jahre hat sich das Internet stark gewandelt. Es ist integraler Bestandteil des Lebens geworden. Während das „Second Life“ immer weniger Nutzer anzieht, haben sich Alternativen etabliert.
Digitale Immobilien als Werbeplattform
Einen Nutzen besitzen die Grundstück in der virtuellen Wert in erster Linie für Unternehmen. Diese können dort virtuelle Geschäfte errichten und ihre Produkte vorstellen. Je mehr Nutzer sich dort aufhalten, desto wertvoller ist die Immobilie.
Dort ist in erster Linie das engagierte Projekt „Metaverse“ von Facebook zu nennen. Die Idee dahinter ist, dass Unternehmen sich im digitalen Raum präsentieren können. Eng verknüpft mit dem Nutzen virtueller Brillen, werden die Produkte den Nutzern zugänglicher.
Klar sollte sein, wenn immer mehr Unternehmen und Nutzer sich in diese virtuellen Welten begeben, dass populäre Grundstücke an Wert steigen. Wie in der realen Welt ist auch im Virtuellen der Platz begrenzt, wo sich die meisten Nutzer aufhalten. Die Lage ist daher der entscheidende Faktor dafür, ob die digitale Immobilie an Wert gewinnt.
Geht es nach Mark Zuckerberg, wird zukünftig das Leben immer mehr im Digitalen stattfinden. So könnten im Metaverse ganze digitale Messen stattfinden, wo sich die Unternehmen einfinden und ihre Produkte vorstellen. Ebenso könnte es Einkaufszentren oder komplette Straßenzüge geben, wo sich die Geschäfte befinden und die Nutzer virtuell shoppen gehen. Demzufolge sind die Grundstücke an den beliebten Shopping-Straßen wertvoller als jene, die eher abgelegen an Orten sind, wo sich kaum Nutzer aufhalten.
Der Sinn hinter der digitalen Immobilie ist daher in erster Linie die Sichtbarkeit des Unternehmens. Befindet sich das Grundstück an einer guten Lage, wo sich viele Nutzer aufhalten, steigt der Wert.
Wo kannst Du die digitalen Immobilien kaufen?
Die digitalen Immobilien findest Du in verschiedenen virtuellen Plattformen vor. Das bereits angesprochene „Metaverse“ von Facebook ist sicherlich eines der engagiertesten Projekte in diese Richtung. Mit hohen Investitionssummen versucht Facebook dort eine nachhaltige Plattform zu erschaffen, die Millionen von Nutzern erreicht.
Das Projekt von Facebook[2] gehört sicherlich zu einer der vielversprechendsten neuen digitalen Welten. Immerhin steht bereits ein Tech-Gigant hinter diesem Universum und eine hohe Aufmerksamkeit ist gewiss.
Etwas „niedlicher“, aber bereits von Nutzern bevölkert, ist die digitale Welt, „The Sandbox[3]“. Dort werden bereits Immobiliengeschäfte im Millionenbereich getätigt. Investoren sehen dort die Möglichkeit, in einer aufstrebenden Welt noch günstig an Land zu kommen, bevor auch dieses kaum mehr erschwinglich ist.
Einen wahren Hype haben die Immobilien in den Jahren 2020 & 2021 erfahren. In „Decentraland[4]“ wurden teilweise Grundstücke für mehr als 1 Million US-Dollar veräußert. Mittlerweile ist dieser erste Boom etwas abgeebbt. Dennoch birgt die Kombination aus NFTs, Kryptowährung und einer virtuellen Welt durchaus Potential für Wertsteigerungen in der Zukunft.
Ablauf des Kaufs digitaler Immobilien
Wie Du das Grundstück in der digitalen Welt kaufst, ist abhängig vom Anbieter. Die Vorgehensweise ähnelt sich aber und sieht im Allgemeinen wie folgt aus:
Du hast einen Überblick über verschiedene Plattformen erhalten, welche virtuelle Immobilien anbieten. Entscheide Dich für einen Anbieter, um dort zu investieren.
Ähnlich wie in der „echten“ Welt erhältst Du auch in der virtuellen Umgebung eine Auswahl an verfügbaren Grundstücken. Diese unterscheiden sich jeweils nach Größe und Lage. Danach richtet sich der Preis, welchen Du für die jeweilige digitale Fläche bezahlen musst. Je nach dem gewünschten Zweck wählst Du eine Parzelle, die Deinen Ansprüchen genügt.
Zum Bezahlen des Kaufpreises stehen mehrere Optionen zur Verfügung. Häufig ist die Zahlung mittels Kryptowährung kein Problem. So kannst Du direkt mit Bitcoin oder Ethereum den Kauf abschließen. Alternativ sind digitale Zahlungsanbieter, wie PayPal, meist ebenfalls verfügbar. Auch das Bezahlen per Kreditkarte ist eine Möglichkeit, um endlich Eigentümer des Grundstücks zu sein.
Lohnt sich die Investition in virtuelle Immobilien?
Die digitale Welt ist zunehmend mit der Realität verknüpft. Menschen verbringen viel Zeit im virtuellen Raum und da scheint es naheliegend, dass Unternehmen sich dort präsentieren.
Indem Du digitale Immobilien erwirbst, spekulierst Du darauf, dass in Zukunft das Interesse steigt und andere Käufer Dir die Immobilie zu einem höheren Preis abkaufen. Ob sich diese Spekulation jedoch auszahlt, ist wenig absehbar.
Denn digitale Immobilien sind einem großen Risiko ausgesetzt. Sie besitzen kaum einen „realen“ Wert. Du kannst darin etwa nicht wohnen und das Material ist praktisch wertlos. Du spekulierst dementsprechend komplett auf die Lage und darauf, dass sich in dieser Gegend viele Nutzer aufhalten. Dann könnte das Grundstück für Unternehmen interessant sein, um dort Produkte zu präsentieren.
Insgesamt sind solche Investitionen jedoch risikoreich und es droht der Totalverlust. Möchtest Du in die Zukunft investieren, dann setze lieber auf die reale Immobilienwirtschaft. Dort stehen immerhin noch echte Werte hinter dem Geld und ein praktischer Nutzen.
Entpuppt sich das gewählte Metaverse als Flop, kannst Du Deine Investition komplett abschreiben. Somit besteht ein überaus hohes Risiko, dass vergleichbar mit anderen digitalen Assets, wie NFTs oder Kryptowährungen ist. Zwar könntest Du frühzeitig von der Digitalisierung profitieren, doch ob sich das Investment auszahlt, ist nicht abzusehen.
Häufige Fragen
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Über den Autor
Sebastian Jacobitz
Seit Seinem Abschluss des Wirtschaftsingenieurwesens lebt Sebastian Jacobitz in Indonesien und hat dort den Bau zweier Häuser realisiert. Auf Wohnora teilt Er Sein Wissen und die persönlichen Erfahrungen rund um die Immobilienwelt.
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