Auf einen Blick

  • Die Kreditwürdigkeit zeigt an, wie hoch die Wahrscheinlichkeit der zuverlässigen Zahlung des Kredits ist
  • Eine niedrige Kreditwürdigkeit steht für ein hohes Risiko eines Zahlungsausfalls
  • Eine ungenügende Kreditwürdigkeit kann zu einer Ablehnung der Baufinanzierung sowie höheren Kreditzinsen führen

Immer wenn Du Verträge abschließen und Zahlungsverpflichtungen eingehen möchtest, wird das Thema der Kreditwürdigkeit aufkommen. Bisher mag es kein Problem gewesen sein, einen Handyvertrag zu bekommen oder ein Auto zu leasen.

Doch die Immobilienfinanzierung stellt eine wesentlich größere Herausforderung dar. Dort geht es um Beträge im sechsstelligen bis siebenstelligen Bereich, wobei die Kreditwürdigkeit eine zentrale Rolle einnimmt. Anhand Deiner Kreditwürdigkeit legt die Bank fest, ob Du den Hauskredit erhältst und wie hoch die Zinsen ausfallen.

Somit beeinflusst Deine Kreditwürdigkeit, ob der Traum vom Eigenheim in Erfüllung geht und wie hoch die Kosten dafür ausfallen. Erfahre, was es genau mit diesem Thema auf sich hat und was Du beachten solltest.

Was ist die persönliche Kreditwürdigkeit?

Als Kreditnehmer trittst Du mit der Bitte auf, einen bestimmten Geldbetrag vom Kreditgeber zu erhalten. Die Bank geht damit in Vorleistung und stellt Dir das Geld zur Verfügung in der Erwartung, dass Du die monatliche Rate pünktlich zurückzahlst. Zur eigentlichen Tilgung des aufgenommenen Fremdkapitals kommt noch der Zins hinzu, welcher die Finanzierungskosten darstellt und zugleich eine Absicherung gegen den Zahlungsausfall darstellt.

Risiko des Zahlungsausfalls
Risiko des Zahlungsausfalls

Mit der Kreditwürdigkeit wird die Wahrscheinlichkeit beschrieben, wie zuverlässig die monatliche Rate gezahlt wird. Je höher die Kreditwürdigkeit, desto größer ist das Vertrauen, dass kein Zahlungsausfall droht. Damit erhalten Antragsteller mit einer einwandfreien Kreditwürdigkeit eher ein Darlehen und die Konditionen sind günstiger.

Denn das Ziel der Bank ist es, eine möglichst hohe und sichere Rendite zu erwirtschaften. Vor dem Kreditabschluss führt der Kapitalgeber daher eine Einschätzung durch, ob der Kreditnehmer in der Lage ist, die monatlichen Raten zu bedienen. Denn würde der Kredit nicht mehr bedient werden, bedeutet dies für den Kreditgeber einen Schaden. Er bleibt möglicherweise auf dem offenen Restbetrag sitzen und hat das Geld verliehen, ohne eine entsprechende Rückzahlung zu erhalten.

Die Kreditwürdigkeit, synonym mit der Bonität gebraucht, beschreibt, wie hoch die Zuverlässigkeit eines Schuldners ist, um seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Je niedriger die Kreditwürdigkeit, desto höher das Risiko, dass die Zahlungen nicht mehr geleistet werden und es zu einem Ausfall des Kredites kommt.

Die Bewertung der Bonität[1]https://www.commerzbank.de/kredit-finanzierung/wissen/bonitaet-so-wird-ihre-kreditwuerdigkeit-ermittelt/ stellt nicht nur einen Schutzmechanismus für die Bank dar. Sie bewahrt Kreditnehmer auch davor, sich finanziell zu übernehmen. Denn längst nicht alle Häuslebauer sind auch in den finanziellen Themen so bewandert, dass Sie genau einschätzen können, welche Belastung der Kredit für Sie darstellen könnte. So hilft die Bank auch, dass ein Antragsteller sich überschuldet und in die Zahlungsunfähigkeit gerät.

Erhältst Du die Information seitens der Bank, dass Deine Kreditwürdigkeit nicht ausreichend für das Darlehen ist, solltest Du näher prüfen, wie diese Aussage zustande kommt. Ist die Einschätzung realistisch und Dein Einkommen reicht tatsächlich nicht aus, um die Kreditkosten zu stemmen oder sind andere Faktoren dafür verantwortlich, dass Deine Zuverlässigkeit in Zweifel gezogen wird?

Indem Du Dich vorab genau darüber informierst, wirst Du die Wahrscheinlichkeit einer Zustimmung der Kreditanfrage erhöhen und zudem bessere Konditionen erhalten. So lohnt es sich vor der Hausfinanzierung genauer auf die persönliche Kreditwürdigkeit zu schauen.

Auswirkungen der Bonitätsprüfung

Der Bau des Eigenheims bestimmt im Wesentlichen Deinen weiteren Lebensweg. Dieser beeinflusst, wo Du die nächsten Jahren verbringst und wie hoch Deine finanziellen Verpflichtungen ausfallen.

Zustimmung zum Kreditantrag

Zunächst richtet sich nach der Kreditwürdigkeit, ob der Antrag stattgegeben oder abgelehnt wird. Dabei handelt es sich also um eine einfache Entscheidung, die sich nach der Bewertung richtet. Fällst Du unter einen bestimmten Grenzwert, wird der Antrag abgelehnt, da das Risiko eines Zahlungsausfalls zu hoch erscheint. Liegst Du jedoch innerhalb des gewünschten Bewertungsrahmens, erhältst Du die Zustimmung.

Absage des Kredits
Ablehnung des Kreditantrags

Ist die Kreditwürdigkeit fragwürdig, bewertet die Bank das Risiko eines Zahlungsausfalls als zu hoch. Ihr würde dadurch ein Schaden entstehen und auf den offenen Forderungen sitzen bleiben. Daher ist eine Ablehnung des Kreditantrags wahrscheinlicher.

Konditionen

Des Weiteren entscheidet die Kreditwürdigkeit nicht nur darüber, ob Du den Kredit erhältst, sondern auch zu welchen Konditionen. Denn die Zinsen stellen auch eine Absicherung gegen Zahlungsausfälle dar.

Je geringer die Bewertung der Bonität ausfällt, desto höher sind die Zinsen. Damit gehen monatliche Mehrkosten einher, die während der gesamten Kreditlaufzeit eine spürbare Belastung ausmachen.

Demgegenüber gelten Personen mit einer hohen Zahlungssicherheit als gern gesehene Kreditnehmer. Dazu zählen in erster Linie Beamte, die als unkündbar gelten und daher ein sicheres Einkommen vorweisen. Sie erhalten üblicherweise die besten Kreditkonditionen und können sich dadurch eher den Traum vom Eigenheim verwirklichen.

Ermittlung der Kreditwürdigkeit

In welcher Weise die Kreditwürdigkeit ermittelt wird, hängt von den jeweiligen Banken ab. Diese verwenden in der Regel eine Kombination aus verschiedenen Daten und Informationen, um daraus eine Einschätzung über die Kreditwürdigkeit abzugeben. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle.

Einkommen

Ein großer Eckpunkt bei der Bewertung der Kreditwürdigkeit ist das Einkommen. Hier ist nicht nur die Höhe, sondern auch die Sicherheit entscheidend. Daraus ergibt sich, dass Selbstständige selbst mit höherem Einkommen über eine niedrigere Kreditwürdigkeit verfügen, da das Einkommen als unsicher gilt.

Sicheres Einkommen
Bedienen der Kreditrate

Je höher das Einkommen, desto leichter sollte es fallen, die monatliche Kreditrate zu bedienen. Bedeutsam ist zudem die Sicherheit, auf der das Einkommen fußt. So sind Bezüge von Beamten oder Pensionen deutlich konstanter als die Einnahmen eines Selbstständigen.

Je höher das Einkommen im Verhältnis zur monatlichen Kreditrate, desto niedriger ist die Chance, dass eine Zahlungsunfähigkeit eintritt. Somit besteht ein größerer Spielraum und die Kreditvergabe steht auf einem sicheren Fundament.

Schufa-Score

Eine umfangreiche Prüfung der Kreditwürdigkeit führen Banken nicht selbst durch. Sie verlassen sich hauptsächlich auf die Daten, die von der Schufa gesammelt werden. Die Schufa[2]https://n26.com/de-de/blog/was-ist-die-schufa ist eine Wirtschaftsauskunftei, die sämtliche Daten sammelt, die im Zusammenhang mit der Wirtschaftlichkeit stehen. So werden etwa Informationen über eröffnete Konten oder andere Kredite und Verträge gesammelt.

Wurde in der Vergangenheit ein Kredit nicht zuverlässig bedient, geht dies mit einem Negativeintrag bei der Schufa einher. Dieser Malus wirkt sich auf den Score aus und lässt die Kreditwürdigkeit sinken.

Bevor Du eine Kreditanfrage stellst, solltest Du eine kostenlose Selbstauskunft einholen. Dort lässt sich erkennen, ob negative Einträge vorhanden sind, die sich auf Deine Kreditwürdigkeit auswirken. Gehe diesen auf den Grund und führe eine Korrektur bei der Schufa aus, um den Score zu verbessern. Dies erhöht wesentlich Deinen Chancen auf einen Hauskredit unter Berücksichtigung der Schufa.

Bestehende Geschäftsbeziehung

Während die Schufa sämtliche Daten im Zusammenhang mit der Wirtschaftlichkeit erhebt, stehen der Bank noch eigene Informationen zur Verfügung. Wurden in der Vergangenheit bereits Kredite erfolgreich eingegangen oder andere Verträge eingehalten, führt dies zu einem größeren Vertrauen. Manchmal kann der persönliche Kontakt förderlich für die Einschätzung der Kreditwürdigkeit sein und entsprechend die Chancen auf einen Kredit steigern.

Die Bonität im Auge behalten

Bei jeder Kreditvergabe geht der Kreditgeber das Risiko ein, dass die Zahlungsverpflichtungen nicht eingehalten werden. Das Geld könnte zur Verfügung gestellt worden sein und eine Rückzahlung nicht mehr erfolgen. Dadurch entsteht ein größerer finanzieller Schaden, da der Restbetrag abgeschrieben werden muss.

Um sich davor zu schützen, wird bei jedem Vertragsabschluss und Kreditanfrage die Kreditwürdigkeit bewertet. Diese gibt eine Einschätzung darüber, wie hoch das Risiko eines Zahlungsausfalls ist. So schützen sich die Kreditgeber vor offenen Rechnungen und erfahren mehr über die Zahlungsfähigkeit einer Person.

Bevor Du eine Anfrage für einen Hauskredit stellst, solltest Du dringend Deine Kreditwürdigkeit prüfen. Hole Dir eine kostenlose Schufa-Auskunft ein und begleiche sämtliche offenen Rechnungen. Dadurch steigerst Du die Chance auf eine Kreditzusage und verbesserst die Zinskonditionen. Somit zahlt es sich deutlich aus, diesem Thema mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

Häufige Fragen

Die Kreditwürdigkeit wird in verschiedenen Abstufungen unterteilt. Es gibt somit einen großen Bereich zwischen „kreditunwürdig“ und einem zuverlässigen Kreditnehmer. Betrachtest Du rein den Schufa Score, fängt eine zuverlässige Kreditwürdigkeit bei etwa 95 Punkten an. Dies solltest Du erfüllen, um gute Chancen beim Hauskredit zu besitzen.

Zur Kreditwürdigkeit gehören Dein Einkommen sowie sämtliche Daten, die Deine Wirtschaftsfähigkeit betreffen. Somit zählen auch vergangene Vertragsabschlüsse sowie Kreditanfragen dazu.

Die Kreditwürdigkeit orientiert sich am stärksten am Schufa-Score. Die genaue Berechnung des Werts ist geheim, um eine Manipulation zu verhindern. Es sind jedoch einige Faktoren bekannt, die einen Einfluss besitzen. Dazu gehören etwa vergangene Zahlungsausfälle oder häufige Kreditanfragen. Versuche daher immer sämtlichen Zahlungsverpflichtungen nachzugehen und diese zuverlässig zu erfüllen.