Auf einen Blick

  • Du musst die Neubaufeuchte vermeiden, um spätere Bauschäden und Schimmelbildung zu verhindern
  • Verwende Bautrockner, um Feuchtigkeit zu reduzieren und beschleunige den Trocknungsprozess
  • Stoßlüfte regelmäßig, heize intensiv und passe Deine Inneneinrichtung an, um Restfeuchtigkeit zu verringern
  • Vermeide zusätzlichen Feuchtigkeitseintrag durch angepasstes Verhalten in den ersten Monaten in Deinem neuen Eigenheim

Der Bau eines Hauses geht mit dem Eintrag einer hohen Feuchtigkeit einher. Für die Mischung der Baumaterialien wird Wasser benötigt, welches eigentlich für ein gesundes Raumklima hinderlich ist.

Daher ist neben dem eigentlichen Bau auch die Trocknungsphase bedeutsam, um späteren Schäden vorzubeugen. In diesem Beitrag erfährst Du, wie sich die Feuchtigkeit bei einem Neubau verhindern lässt und welche Maßnahmen sich als effektiv erweisen.

Risiko der Neubaufeuchte

Der Neubaufeuchte entgegenzuwirken, ist mit einigem Aufwand verbunden. Der Einzug in das Eigenheim könnte sich verzögern und es sind einige Investitionen notwendig, um die Feuchtigkeit in den Wänden zu reduzieren.

Weshalb lohnt sich dieser Aufwand und welches Risiko ist mit der Neubaufeuchte verbunden?

  • Schäden am Boden

Für das Verlegen des Estrichs sind größere Mengen an Feuchtigkeit erforderlich. Nur dann ist der Estrich flexibel genug, um sich den Gegebenheiten des Bodens anzupassen. Im Anschluss ist eine längere Trocknung erforderlich.

Besteht eine zu hohe Neubaufeuchte und wird versucht, die Trocknungszeit zu reduzieren, führt dies zu Problemen mit den oberen Fußbodenschichten. Diese weisen schneller Schäden auf, sodass eine aufwendige Sanierung ansteht.

  • Schimmelbildung

Ein weiteres Risiko durch die zu hohe Feuchtigkeit besteht in der Schimmelbildung. Die Schimmelsporen bevorzugen eine relative Luftfeuchtigkeit von mehr als 70 Prozent. Finden sie feuchte Oberflächen vor, lassen sie sich darauf nieder und vermehren sich.

Der Schimmelbefall ist mit einigen gesundheitlichen Risiken verbunden. Er belastet die Atemwege und mindert die Lebensqualität. Einmal in den Wänden festgesetzt, ist eine umfangreiche Sanierung erforderlich, um den Schimmel nachhaltig zu beseitigen.

Die beste Maßnahme zur Vorbeugung des Schimmels besteht in der Reduzierung der Feuchtigkeit. Andernfalls könnte der Schimmelbefall bereits nach wenigen Wochen auftreten.

Bautrockner einsetzen

Die natürliche Trocknung der Wände benötigt einige Zeit. Dabei stößt nicht nur die Geduld der Bauherren an ihre Grenzen, sondern während dieses Zeitraums könnten bereits Schäden aufgrund der hohen Feuchtigkeit in Erscheinung treten.

Um der Neubaufeuchte entgegenzuwirken, ist der Einsatz von Bautrocknern ratsam. Diese Geräte entziehen der Raumluft mithilfe der Kondensierung die Feuchtigkeit. Sie enthalten im Inneren Eisenplatten, die heruntergekühlt werden. Dies führt zur Bildung von Kondensfeuchtigkeit, welche der Raumluft entnommen wird.

Der Betrieb der Trocknungsgeräte ist rund um die Uhr angeraten. Die Geräte verursachen zwar eine hohe Lautstärke, auf der Baustelle gilt dies aber weniger als Beeinträchtigung.

Stoßlüften

Eine gewisse Restfeuchte lässt sich selbst durch den ausgiebigen Einsatz der Trocknungsgeräte kaum vermeiden. Insofern die relative Luftfeuchtigkeit nicht dauerhaft bei mehr als 65 Prozent liegt, ist dies zunächst zu verkraften. Das Ziel sollte aber ein Wert von maximal 55 Prozent sein, welcher als unbedenklich gilt.

Regelmäßiges Stoßlüften
Regelmäßiger Luftaustausch

Das Stoßlüften ist die wichtigste Maßnahme nach dem Einzug, um die relative Luftfeuchtigkeit zu reduzieren. Führe es mehrmals am Tag durch, damit die Neubaufeuchte keinen schädlichen Einfluss entfaltet.

Nach dem Einzug ist im Eigenheim auf ein regelmäßiges Stoßlüften zu achten. Mehrmals am Tag sind die gesamten Fenster im Haus zu öffnen, sodass ein intensiver Luftaustausch entsteht. Insbesondere in der Küche und im Badezimmer ist diese Maßnahme wichtig, da dort für gewöhnlich die höchste Luftfeuchtigkeit vorherrscht.

Beachte, dass ein lediglich dauerhaft gekipptes Fenster kaum einen Effekt auf die Luftfeuchtigkeit im Raum besitzt. Es ist also ein weites Öffnen der Fenster erforderlich, um die Restfeuchte zu reduzieren.

Intensiver heizen

Angesichts steigender Energiepreise könnte die Versuchung bestehen, die Heizung weniger aufzudrehen. Den niedrigeren Temperaturen wirkst Du lieber mit einem weiteren Pullover entgegen.

Solch ein Vorgehen mag zwar zunächst den Geldbeutel schonen, stellt sich aber als zu kurz gedacht heraus. Denn durch die kühleren Temperaturen kommt es eher zur Bildung von Kondensfeuchtigkeit. Diese ist vor allem an den Fenstern sichtbar.

Heize die Räume auf mindestens 20°C, um die relative Feuchtigkeit zu senken. Auf diese Weise beugst Du einem Schimmelbefall vor und schützt die Bausubstanz.

Anpassung der Inneneinrichtung

Die Gestaltung der Räume besitzt ebenfalls einen Einfluss darauf, wie sich die Luftfeuchtigkeit auswirkt. Bei der Auswahl der Wandfarbe solltest Du auf ein Produkt zurückgreifen, welches möglichst „atmungsaktiv[1]https://dpm-mashel.de/ekobild/atmungsaktive-wandfarbe/ “ ist.

Maßgeblich ist hierfür die Einheit der Diffusionsoffenheit (Sd-Wert). Dieser gibt an, wie durchlässig die Wandfarbe ist. Höhere Sd-Werte sind beim ersten Anstrich des Neubaus von Vorteil, da die Restfeuchte besser aus den Wänden entweicht.

Zudem solltest Du den Wänden noch etwas Zeit geben, bevor Du diese dekorierst oder massive Möbelstücke davorstellst. Bilder oder Schränke an den Wänden beeinträchtigen die Luftzirkulation, sodass sich dort eher die Feuchtigkeit sammelt. Es droht der Schimmelbefall hinter dem massiven Schrank, welchen Du zwar nicht direkt siehst, aber die Auswirkungen spürst.

Richte Dich daher zunächst minimalistisch ein und warte, bis die Wände komplett trocken sind. Auch danach ist darauf zu achten, dass die Möbelstücke wenige Zentimeter entfernt von der Wand stehen.

Feuchtigkeitseintrag vermeiden

Zusätzlich zu den durchgeführten Maßnahmen zur Trocknung, ist es sinnvoll den Eintrag von weiterer Feuchtigkeit zu vermeiden. In den ersten Monaten im Eigenheim, ist das Verhalten sowie die Gestaltung der Räume noch hinsichtlich der Trocknung anzupassen.

Dies bedeutet etwa, dass das Duschen nicht zu lange andauern sollte. Ebenso ist noch damit zu warten, zahlreiche Pflanzen in den Räumen aufzustellen. Diese mögen zwar zu einer angenehmen Atmosphäre beitragen, sind aber mitverantwortlich für eine hohe Luftfeuchtigkeit.

Wäsche auf der Terrasse
Feuchtigkeit minimieren

Durch die Gestaltung oder Nutzung der Räume könnte zusätzliche Feuchtigkeit entstehen. Achte bewusst darauf, um die relative Luftfeuchtigkeit von 65 Prozent nicht zu überschreiten.

Achte beim Kochen darauf, dass das Fenster geöffnet ist und trockne die Wäsche lieber auf der Terrasse. Indem Du diese Tipps beherzigst, bleibt die Luftfeuchtigkeit unter Kontrolle, sodass die Neubaufeuchte entweicht.

Umgang mit Feuchtigkeit bei Neubauten

Die Bautrocknung ist ein wichtiger Schritt, um nachhaltig Bauschäden zu verhindern. Sind während des Baus noch größere Mengen an Wasser notwendig, muss im Anschluss der Fokus auf die Reduzierung der Feuchtigkeit liegen. Andernfalls steigt das Risiko der Schimmelbildung und die Bausubstanz würde darunter leiden.

Noch vor dem Einzug gilt der Einsatz von Trocknungsgeräten als essentiell. Diese entziehen der Raumluft die Feuchtigkeit und tragen zur effektiven Trocknung bei.

Nach dem Einzug sollten Hausbesitzer sich an die hier vorgestellten Tipps halten, um die Luftfeuchtigkeit unter Kontrolle zu behalten. Dann gelingt die Trocknung, ohne dass bleibende Schäden zu erwarten sind.

Häufige Fragen

Die Feuchtigkeit aus einem Neubau zu entfernen, erfordert gründliches Lüften und Heizen. Du solltest mehrmals täglich für kurze Zeit alle Fenster öffnen, um eine effektive Querlüftung zu erreichen. Das Heizen fördert dabei den Trocknungsprozess, indem es die Verdunstung beschleunigt. Eine professionelle Bauaustrocknung kann ebenfalls helfen, insbesondere in den Wintermonaten, wenn das natürliche Lüften weniger effektiv ist.

Die Feuchtigkeit in einem Neubau hält in der Regel mehrere Monate an. Die genaue Dauer hängt von vielen Faktoren ab, darunter das verwendete Baumaterial, die Außentemperatur und die Luftfeuchtigkeit. Die meisten Experten empfehlen, mit der abschließenden Inneneinrichtung mindestens sechs bis zwölf Monate nach Fertigstellung des Baus zu warten.

Um einen Neubau so schnell wie möglich zu trocknen, ist eine Kombination aus Lüften, Heizen und gegebenenfalls dem Einsatz von professionellen Trocknungsmaschinen am effektivsten. Dieser Prozess sollte konsequent durchgeführt werden, um die beste Wirkung zu erzielen.

Ein Neubau benötigt in der Regel sechs bis zwölf Monate, um vollständig auszutrocknen. Es ist wichtig zu beachten, dass dieser Zeitrahmen variieren kann und stark von den spezifischen Bedingungen des Gebäudes und des Klimas abhängt. Deshalb ist es ratsam, vor Beginn der Inneneinrichtungsarbeiten eine Feuchtigkeitsmessung durchzuführen.

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Sebastian Jacobitz

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