Auf einen Blick

  • Die Mietkaution gehört dem Mieter, der Vermieter verwaltet sie nur. Daher stehen dem Mieter auch die Zinsen zu
  • Zinsen auf dem Kautionskonten sind meist sehr niedrig, oft unter 1%. Dies führt real zu einem Wertverlust
  • Eine Alternative könnte eine langfristige Anlage in ETFs sein, die historisch gesehen Renditen von über 5% erbringen
  • Bei einer langfristigen Anlage kann der Wert der Kaution steigen und einen Wertverlust verhindern

Die Mietkaution befindet sich in der Regel auf einem Konto, über das der Vermieter verfügt. Er darf die Kaution einbehalten, falls Schäden an der Wohnung eintreten oder Zahlungen in Verzug waren.

Befindet sich das Geld für mehrere Jahre auf dem Kautionskonto, könnten Zinsen anfallen. Darf der Vermieter die Zinsen einfach für sich behalten oder muss Er den Gewinn an den Mieter auszahlen?

Erfahre in meinem Beitrag, wie mit den Zinsen bei der Mietkaution zu verfahren ist. Dadurch bestehen keine Zweifel mehr, wem dieses Geld zusteht.

Mieter stehen die Zinsen zu

Rechtlich ist die Situation der Zinsen klar geregelt. In §551 BGB[1]https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__551.html ist festgelegt, dass die Geldsumme für die Kaution sich auf einem separaten Kautionskonto befinden muss. Der Vermieter darf die Kaution nicht einfach an Sein privates Konto überweisen, sondern eine klare Abgrenzung ist vorgeschrieben.

Dies ist insofern wichtig, als dass nur auf diese Weise ein Schutz vor der Insolvenz des Vermieters besteht. Denn darauf haben Schuldner keinen Zugriff, da der Vermieter lediglich die Kaution verwaltet, der Mieter aber weiterhin Eigentümer des Geldes bleibt.

Person liegt wach im Bett
Anspruch des Mieters auf Auszahlung der Zinsen

Die Zinsen stehen als Gewinn aus der Kaution dem Mieter zu. Der Vermieter muss diese auszahlen und darf sie nicht für sich behalten.

Daraus folgt der Umstand, dass sämtliche Zinsen dem Mieter bei Ende des Mietverhältnisses auszuzahlen sind. Denn der ursprüngliche eingezahlte Betrag ist kein Eigentum des Vermieters, sondern des Mieters.

Zwar muss der Vermieter mit dem Abschluss des Mietverhältnisses die Kaution nicht sofort auszahlen, doch darf Er die Zinsen nicht zur Deckung der Forderungen einbehalten. Diese sind nicht der eigentlichen Kaution zuzuschreiben und müssen an den Mieter übergehen.

Niedrige Zinsen auf Kautionskonto

Für den Mieter scheint es eine komfortable Situation zu sein, dass nach dem Auszug noch ein kleines Geschenk auf Ihn wartet. Doch in der Realität ist die Situation eine andere. Denn die Zinsen auf dem Kautionskonto sind minimal. Sie liegen üblicherweise bei weniger als 1 Prozent, sodass kein wahrer Geldregen zu erwarten ist.

Zudem ist bei dieser Betrachtung die Inflation nicht zu vernachlässigen. Denn dank der Zinsen erhält der Mieter zwar einen höheren Geldbetrag zurück, doch hat der eigentliche Geldwert abgenommen. Liegen die Zinsen unterhalb der Inflation, bedeutet dies einen realen Verlust des Wertes. Der Mieter erhält also trotz des höheren Nominalbetrages, eigentlich weniger Geld zurück.

Dementsprechend könnte es sich lohnen, über eine alternative Anlage der Kaution nachzudenken. Vermieter und Mieter sind frei darüber zu entscheiden, wie Sie die vereinbarte Geldsumme anlegen. Das Kautionskonto mag zwar die höchste Sicherheit geben, doch ist es finanziell nicht die gewinnbringendste Option.

Anlage der Kaution

Angesichts der Inflation ist es wenig sinnvoll, die Kautionssumme einfach auf einem gewöhnlichen Kautionskonto aufzubewahren. Die Inflation reduziert Jahr für den Jahr den realen Wert, sodass Vermieter als auch Mieter einen Verlust hinnehmen.

Eine langfristige Anlageform mit Renditen oberhalb der Inflation stellt die Investition in ETFs[2]https://www.justetf.com/de/academy/was-sind-etfs.html dar. Hierbei handelt es sich nicht um den Kauf einer einzelnen Aktie, sondern eines kompletten Indizes. Dieser bildet etwa das globale Marktgeschehen ab und ist möglichst weit gestreut.

Person liegt wach im Bett
ETFs mit Rendite von über 5 Prozent im Jahr

Als langfristige Anlagemöglichkeiten überzeugen ETFs. Diese bilden passiv einen Index ab und werden nicht von einem Fondsmanager verwaltet, sondern anhand der Vorgaben automatisch zusammengestellt. Dadurch sind die Kosten minimal und historisch beträgt die Rendite rund 5 Prozent im Jahr.

Historisch gesehen sind mit ETFs Renditen von über 5 Prozent im Jahr realistisch. Dabei ist zu erwähnen, dass dies insbesondere in der langen Frist über einige Jahre zutrifft. So sind innerhalb eines Jahres Schwankungen möglich, die langfristig üblicherweise ausgeglichen werden.

Die Anlage in ETFs bietet Vermietern und Mietern für ein langfristiges Mietverhältnis eine höhere Sicherheit. Das reale Vermögen wächst und liegt nicht einfach auf einem Konto, welches nur minimale Zinsen abwirft.

Somit ist das Anlegen der Kaution, insbesondere bei langfristigen Mietverhältnissen sinnvoll. Der hinterlegte Betrag legt an Wert zu und ist später dem eigenen Vermögen zuzurechnen.

Beispiel der Berechnung der Zinsen

Lohnt sich das Anlegen der Kaution am Kapitalmarkt oder bevorzugst Du lieber die Sicherheit auf einem reinen Sparbuch? Folgend erhältst Du mit einem einfachen Zinsrechner aufgezeigt, wie hoch der Unterschied am Ende des Mietverhältnisses ist.

Kautionskonto

Belässt Du das Geld auf dem Kautionskonto, sind Zinsen von weniger als einem Prozent üblich. Dieser Wert liegt unterhalb der Inflation, sodass real ein Vermögensverlust eintritt. Wie hoch ist zumindest der nominelle Gewinn, bei einer Anlage von 1.000 Euro zu 0,5 Prozent Zinsen?

  • 1 Jahr: 1.005 Euro
  • 2 Jahre: 1.010,03 Euro
  • 5 Jahre: 1.025,25 Euro
  • 10 Jahre: 1.051,14 Euro

Wie Du siehst, ist der Zinsgewinn minimal. Selbst nach 10 Jahren tritt kaum ein bemerkenswerter Zinseszinseffekt ein.

ETF

Im Vergleich zur Anlage auf dem Kautionskonto, könnte das Geld auch in ein Depot wandern. Mit einer durchschnittlichen Rendite von 5 Prozent erhältst Du folgende Werte.

  • 1 Jahr: 1.050 Euro
  • 2 Jahre: 1.102,50 Euro
  • 5 Jahre: 1.276,28 Euro
  • 10 Jahre: 1.628,89 Euro

Wie Du siehst, sind die Unterschiede enorm. Du erhältst eine wesentlich höhere Rendite, sodass die Auszahlung tatsächlich mit einem Gewinn einhergeht. Zwar sind in der kurzen Frist auch Schwankungen möglich, aber erweist sich die durchschnittliche Rendite der ETFs als wesentlich attraktiver.

Zinsen bei der Mietkaution

Die Zinsen bei der Mietkaution stehen nach Ablauf des Mietverhältnisses dem Mieter zu. Der Vermieter darf das Geld nicht einfach einbehalten, sondern muss es mit der restlichen Summe zurückzahlen.

Daher lohnt sich der Vergleich und gerade bei einem langfristigen Mietverhältnis ergibt sich ein deutlicher Unterschied. Profitiere von den Zinsen, indem Du das Geld am Kapitalmarkt anlegst und so winkt bei der Auszahlung noch ein netter Gewinn.

Häufige Fragen

Die Zinssätze für die Mietkaution variieren je nach der gewählten Anlageform und den aktuellen Marktkonditionen. Gewöhnlich wird die Kaution auf einem Sparkonto angelegt, auf dem der jeweilige, aktuell geltende Zinssatz angewandt wird.

Vermieter sind in Deutschland gesetzlich verpflichtet, die vom Mieter hinterlegte Kaution zu verzinsen. Dieser Pflicht müssen sie nachkommen, unabhängig davon, ob die Kaution in einer Summe oder in Raten gezahlt wurde.

In der Regel wird die Kaution inklusive der angesammelten Zinsen an den Mieter zurückgezahlt, sofern keine offenen Forderungen bestehen. Der Vermieter muss nach Beendigung des Mietverhältnisses das Geld samt Zinsen an den Mieter herausgeben.

Um die Zinsen für eine Kaution zu berechnen, benötigst Du den ursprünglichen Betrag der Kaution, den jährlichen Zinssatz und die Laufzeit. Mit diesen Daten lässt sich unter Verwendung der Formel für den Zinseszins das Endkapital und somit der Zinsertrag ermitteln.

Sebastian Jacobitz

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