Auf einen Blick

  • Du darfst am Sonntag umziehen, wenn es unaufschiebbar ist, jedoch solltest Du Lärm vermeiden
  • Das Fahrverbot für Fahrzeuge über 7,5t an Sonn- und Feiertagen gilt auch beim Umzug
  • Beim Umzug musst Du die Ruhezeiten und Nachbarschaftslärm beachten und Handwerksarbeiten vermeiden
  • Du solltest den Umzug so planen, dass dieser außerhalb der gesetzlichen sowie in der Hausordnung festgelegten Ruhezeiten erfolgt

Für Deinen Umzug benötigst Du einige helfende Hände. Der Sonntag scheint als einziger Tag in der Woche, der beste Zeitpunkt zu sein, an dem die meisten Personen Zeit haben. Daher bereitest Du Deinen Umzug vor und möchtest diesen am Ende der Woche durchführen.

Doch der Sonntag gilt auch als Tag der Ruhe. Es gilt einen gewissen Lärmpegel nicht zu überschreiten, damit die Nachbarn sich von der harten Arbeitswoche erholen können.

Damit der Haussegen nicht direkt beim Einzug schief hängt, solltest Du beim Umzug am Sonntag einige Grundregeln beachten.

Vorschriften an Sonn- und Feiertagen

Gesetzlich ist klar beschrieben, welche Tätigkeiten an Sonn- und Feiertagen unzulässig sind. Laut dem Feiertagsgesetz ist es nicht erlaubt, laute Handwerksarbeiten oder andere Vorhaben durchzuführen, die zu einer Störung führen könnten. Der Umzug am Sonntag wäre damit laut § 4 des Feiertagesgesetzes[1]https://www.lexsoft.de/cgi-bin/lexsoft/justizportal_nrw.cgi?xid=166902,5 verboten und müsste an einem Werktag stattfinden. Schließlich hat die Hausgemeinschaft das Recht, sich am freien Tag ungestört zu erholen und möchte die Ruhe genießen.

Person liegt wach im Bett
Nur unaufschiebbare Umzüge erlaubt

Eigentlich ist der Umzug an einem Sonntag unzulässig. Er würde mit einem zu hohen Lärm einhergehen, weshalb dieser nur an Werktagen erlaubt ist. Ist ein weiterer Aufschub nicht möglich, darfst Du ausnahmsweise auch an einem Sonntag den Umzug durchführen.

Im Gesetz sind jedoch Ausnahmen beschrieben. Denn gilt der Umzug als unaufschiebbar, darfst Du diesen auch an einem Sonntag durchführen. Dir steht kein anderer Wochentag zur Verfügung und ein weiteres Verschieben ist nicht möglich. Dann darfst Du den Umzug am Sonntag durchführen und musst nicht auf das Feiertagsgesetz Rücksicht nehmen.

Dennoch gilt es weiterhin, die Lärmbelastung so gering wie möglich zu halten. Damit der Umzug am Sonntag keinen unnötigen Stress für die Nachbarn bedeutet, ist dieser nur unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Dabei gilt als Grundsatz, dass Du weiterhin rücksichtsvoll sein musst.

Vorgaben für den Umzug am Sonntag

Eigentlich ist der Umzug an einem Sonntag untersagt. Es stellt eine Tätigkeit dar, die mit einem Lärm einhergeht und die Sonntagsruhe stört. Ist der Termin für Dich unaufschiebbar, darfst Du dennoch ausnahmsweise an einem Sonntag umziehen. Dabei sind folgende Dinge zu beachten.

Fahrverbot für schwere Fahrzeuge

In Deutschland besteht an Sonn- und Feiertagen ein Fahrverbot[2]https://www.adac.de/verkehr/recht/verkehrsvorschriften-deutschland/sonn-und-feiertagsfahrverbot/ für Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als 7,5t. Dies bezieht auch LKWs mit einem Anhänger ein.

Möchtest Du an einem Sonntag umziehen, dann beachte das Fahrverbot. Ein Kleintransporter ist von dieser Regelung nicht betroffen. Ist jedoch ein größerer Umzug mit einem LKW geplant, in welchem Du Deinen ganzen Hausstand unterbringst, ist dies an einem Sonntag nicht möglich.

Relevant ist das Fahrverbot demnach in erster Linie für weiter entfernte Umzüge durch ganz Deutschland. Anstatt eines LKWs müsstest Du dann mehrere Kleintransporter dafür nehmen.

Lautstärke reduzieren

Am Sonntag haben die Nachbarn das Recht darauf, auch trotz Deines Umzuges eine Ruhe zu finden. Zwar sind gewisse Geräusche nicht vermeidbar und müssen von den anderen Mietparteien geduldet werden, doch gehören dazu nicht die umfangreichen Handwerkstätigkeiten.

Möchtest Du vor dem Auszug noch Deine Wohnung renovieren, um die volle Kaution zu erhalten, musst Du auf die Sonntagsruhe Rücksicht nehmen. Das Bohren sowie weitere lautstarke Tätigkeiten musst Du außerhalb der Ruhezeiten durchführen.

Person liegt wach im Bett
Rücksicht auf die Nachbarn

Während des Umzugs solltest Du laute Geräusche vermeiden. Lautstarke Anweisungen sind ebenso verboten, wie das Bohren oder andere Handwerkstätigkeiten in der Wohnung.

Weise auch Deine Umzugshelfer an, dass diese sich in der Lautstärke mäßigen müssen. Am Sonntag gelten strengere Regelungen, sodass es aus Rücksicht vor den ehemaligen Nachbarn fair ist, nicht durch das Treppenhaus zu schreien.

Umzugszeit anpassen

In der Hausordnung können neben den gesetzlichen Vorschriften noch strengere Ruhezeiten vereinbart sein. So besteht für gewöhnlich eine Mittagsruhe, die Du befolgen solltest. Ein Umzug zu dieser Zeit wäre nicht erlaubt.

Demzufolge gilt der Hinweis, mit dem Umzug direkt am Morgen zu beginnen. Bereite an den vorherigen Tagen die Wohnung vor, damit am Umzugstermin lediglich die Kartons, Möbel und Haushaltsgeräte transportiert werden müssen. Mithilfe der gründlichen Vorbereitungen schaffst Du es innerhalb des erlaubten Zeitrahmens die Wohnung auszuräumen.

Bestimmungen für das Umziehen am Sonntag

Der Sonntag gilt in Deutschland als Ruhetag, an welchem ein nicht notwendiger Lärm zu vermeiden ist. Bestimmte Tätigkeiten sind dann auf die Werktage zu verschieben.

Ein Umzug fällt ebenfalls unter das Feiertagsgesetz und wäre eigentlich am Sonntag nicht zulässig. Lässt sich der Termin aber nicht verschieben, darfst Du ausnahmsweise den Umzug auch an Sonntagen durchführen.

Achte darauf, dass der Umzug möglichst leise vonstattengeht. Schließe die Vorbereitungen frühzeitig ab, um die Nerven sämtlicher Helfer und Nachbarn zu schonen. Indem Du diese Arbeit nicht scheust, gelingt der Umzug ohne größeren Lärm auch an einem Sonntag.

Häufige Fragen

Es ist in Deutschland nicht verboten, sonntags umzuziehen. Allerdings solltest Du beachten, dass Lärmbelästigungen an Sonn- und Feiertagen gemäß der „Verordnung über den Schutz vor Lärm“ eingeschränkt sind.

Beim Umzug ist die zulässige Zeit zur Lärmerzeugung regional unterschiedlich geregelt. In der Regel gilt jedoch die sogenannte „Nachtruhe“ zwischen 22:00 und 6:00 Uhr, während der kein störender Lärm erzeugt werden darf.

Ein Umzug an einem Feiertag ist prinzipiell möglich, allerdings unterliegt auch hier das Verbot von Lärmbelästigungen. Daher ist es ratsam, mögliche Einschränkungen zu beachten und einen Umzug eher in den ruhigeren Tageszeiten durchzuführen.

In Bezug auf das Zügeln gibt es keine speziellen Zeiten oder Tage, an denen dies erlaubt oder verboten ist. Allerdings solltest Du darauf achten, dass Dein Umzug niemanden übermäßig belästigt oder stört, insbesondere während der Nachtruhe und an Sonn- und Feiertagen.

Sebastian Jacobitz

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