Auf einen Blick

  • Du kannst Dich vor Mietnomaden schützen, indem Du die Bonität deiner Mieter gründlich überprüfst
  • Ein persönliches Gespräch, die Einholung einer Schufa-Auskunft und der Nachweis von Einkommen und Mietschuldenfreiheit sind essenziell bei der Prüfung der Interessenten
  • Die Vereinbarung einer Kaution bietet zusätzlichen Schutz und die Übergabe der Schlüssel sollte erst nach Zahlungseingang erfolgen
  • Bei Verdacht auf Mietnomaden sollten schnellstmöglich juristische Schritte eingeleitet und alle Vorfälle dokumentieren

Mietnomaden haben sich das Ziel gesetzt, eine Wohnung förmlich zu besetzen, ohne die Miete zu zahlen. Sie verbleiben so lange in dem Mietobjekt, bis die Räumungsklage abgeschlossen ist. Da die Dauer des Räumungsverfahrens teilweise bis zu einem Jahr dauern kann, häufen sich innerhalb dieses Zeitraums die Mietschulden und die Schäden in der Wohnung.

Für Vermieter ist es daher essenziell, dass Sie noch vor dem Einzug die Mietnomaden erkennen. Sie sortieren die verdächtigen Bewerber aus und lassen nur Personen in der Wohnung leben, die einen zuverlässigen Eindruck vermitteln.

Dennoch bleibt ein Restrisiko bestehen. Nutze die nachstehenden Tipps, um Dich vor den Mietnomaden zu schützen. So bleibst Du nicht auf den Schäden sitzen und als Vermieter gelingt es Dir, von den Mieteinnahmen zu leben.

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Als Vermieter besteht ein hohes Risiko bei der Überlassung der Wohnung an Dritte. Mietausfälle und Schäden können entstehen. Die Rechtsschutzversicherung gewährt Dir eine kostengünstige Unterstützung, um Dich vor solch hohen Schadenssummen abzusichern.

Gründliche Prüfung der Interessenten

Die beste Möglichkeit, um Dich vor einem Mietnomaden zu schützen, besteht in einer lückenlosen Hintergrundprüfung. Denn ist die Person einmal in die Wohnung eingezogen, zieht sich die Räumung selbst bei ausbleibenden Mietzahlungen in die Länge.

Die nachstehenden Punkte stellen die Grundinformationen dar, die Du bei jedem Interessenten vor einer Zusage für die Wohnung prüfen musst. So stellst Du die Bonität sicher und erfährst mehr über den Hintergrund des Bewerbers.

Schufa-Auskunft

Eine Bonitätsprüfung lässt sich per Schufa-Auskunft relativ simpel bewerkstelligen. Du musst nicht selbst mühsam sämtliche Daten einholen, sondern diese sind in der Auskunftei gespeichert.

Liegen negative Einträge[1]https://www.advocado.de/ratgeber/bank-und-kapitalmarktrecht/bonitaet/schufa-eintrag-loeschen-b.html vor oder ist der Score relativ gering, ist eine größere Skepsis gestattet. Bevorzuge Mieter, die eine einwandfreie Schufa-Auskunft vorweisen und die sich in der Vergangenheit als zuverlässig erwiesen haben.

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Schufa-Auskunft als Grundlage

Die Prüfung der Schufa gilt mittlerweile als obligatorisch, um die Zahlungswürdigkeit der Mieter zu erfahren. Dabei musst Du berücksichtigen, dass es sich um die korrekte Identität handelt und die Ausweispapiere nicht gefälscht sind.

Zu beachten ist hierbei auch, dass Du nicht auf eine falsche Identität hereinfällst. Prüfe die Ausweisdokumente und stelle sicher, dass Du auch die Daten der richtigen Person abfragst und es sich nicht um Betrüger handelt, die unter falschem Namen die Wohnung anmieten möchten.

Mietschuldenfreiheitsbescheinigung

Ein weiterer wichtiger Schritt ist das Einholen der Mietschuldenfreiheitsbescheinigung. Diese gibt Auskunft darüber, dass der Mieter in der Vergangenheit sämtliche Zahlungen pünktlich an den Vermieter geleistet hat und keinerlei Forderungen offen sind.

Die Bescheinigung holt der Mieter selbstständig bei Seinem ehemaligen Vermieter ein und legt das Dokument vor. Dieses Muster für die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung beschleunigt den Prozess deutlich.

Einkommensnachweis

Um zu erfahren, ob die Wohnung innerhalb des Budgets des Interessenten ist, ist der Einkommensnachweis[2]https://praxistipps.focus.de/einkommensnachweis-woher-sie-ihn-bekommen_113611 nützlich. Dieser bestätigt, dass monatlich genügend Geld zufließt, um daraus die Miete zu zahlen.

Mietnomaden suchen sich gerne höherpreisige Objekte aus. Gelingt der Einkommensnachweis nicht und das Geld scheint aus dubiosen Quellen zu stammen, solltest Du von einer Vermietung absehen. Dann ist das Risiko zu groß, dass Du am Ende auf Mietnomaden hereinfällst.

Persönliches Gespräch

Entscheidend ist auch der persönliche Eindruck, den die Bewerber bei Dir hinterlassen. Wirken Sie sympathisch und vertrauenswürdig, sind dies klare Pluspunkte.

Das Gespräch dient nicht nur dem Erfassen von möglichen Ungereimtheiten. Es hilft auch dabei zu entscheiden, ob die Interessenten in die Hausgemeinschaft passen. Dementsprechend ist das Vorgespräch ein wichtiger Punkt, nicht nur um Dich vor Mietnomaden zu schützen, sondern auch Probleme bei dem Mietverhältnis vorzubeugen.

Kaution vereinbaren

Eines der wichtigsten Mittel zum Schutz vor Mietnomaden ist die Vereinbarung einer Kaution. Diese ist im Mietvertrag festgehalten und beträgt maximal drei Nettokaltmieten. Sie gilt als Pfand, falls Schäden an der Wohnung auftreten oder Mietzahlungen ausbleiben.

Als Vermieter solltest Du von diesem Recht Gebrauch machen. Ist der Mietvertrag bereits unterschrieben, dann übergib die Schlüssel erst, wenn die Kautionszahlung geleistet wurde. Keinesfalls darfst Du Dich mit Ausreden vertrösten lassen, wenn Mieter die Schlüsselübergabe vor der Kautionszahlung einfordern.

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Schlüsselübergabe nach Kautionszahlung

Die Schlüssel sollten Vermieter erst aushändigen, nachdem die Kaution eingegangen ist. Erhält der Mieter vorab den Zugang zur Wohnung, profitiert Er bereits vom umfangreichen Schutz. Etwaige Mietnomaden loszuwerden ist dann nicht mehr so schnell mögliche.

Denn einmal die Schlüssel ausgehändigt, erhält der Mieter den Zutritt zur Wohnung und die Räumung ist mit einigen Hürden verbunden. Leistet der Mieter die Kaution nicht, dann kündige den Mietvertrag und entscheide Dich für einen anderen Interessenten.

Mietnomadenversicherung

Trotz sämtlicher Vorsichtsmaßnahmen könnte es passieren, dass Du auf Mietnomaden hineinfällst. Sie verfeinern durchgehend Ihre Methoden und schrecken auch nicht vor Identitätsdiebstahl zurück, sodass hier Fallstricke lauern. Sämtliche Dokumente sind gefälscht und für Laien könnte dies nicht erkennbar sein.

Hausen die Mietnomaden in der Wohnung, ist dies für Vermieter ein teurer Sachverhalt. Denn nicht nur die Mietzahlungen fallen aus, auch umfangreiche Schäden sind zu erwarten. Dies gilt insbesondere für eine Küche, die bereits in der Wohnung vorhanden war.

Die Kaution reicht nicht aus, um die Schäden zu begleichen und zivilrechtliche Schadensersatzforderungen verlaufen meist ins Leere, da die Mietnomaden als mittellos gelten. So drohen Schäden über mehrere zehntausend Euro, für die Vermieter selbst aufkommen müssten.

Als Absicherung des Restrisikos dient die Mietnomadenversicherung. Die Leistung umfasst zumeist den Ersatz der offenen Mietzahlungen, einen Ausgleich der entstandenen Schäden sowie einen Rechtsschutz. Dadurch erfährst Du eine umfassende Unterstützung im Umgang mit den Mietnomaden und bist restlos abgesichert.

Die Kosten für die Mietnomadenversicherung beginnen bei weniger als 10 Euro und sind abhängig von der Versicherungssumme. Handelt es sich um eine eher kleine Wohnung ohne Einbauküche, sind die Versicherungskosten entsprechend gering.

Schnellstmöglich juristische Schritte einleiten

Mietnomaden treten häufig charismatisch und sind geschickt darin, die Konsequenzen Ihres Handelns hinauszuzögern. So gelingt es Ihnen, ständig neue plausible Ausreden zu erfinden, weshalb die Mietzahlung nicht erfolgte.

Als Vermieter darfst Du Dich davon nicht beeindrucken lassen. Es ist Dein Recht, bereits bei zwei versäumten Zahlungen die fristlose Kündigung auszusprechen. Nimm dies in Anspruch und leite schnellstmöglich die juristischen Schritte ein.

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Schnelles Handeln gefragt

Lassen die Mietzahlungen auf sich warten, darfst Du als Vermieter diesen Umstand nicht einfach tatenlos akzeptieren. Sprich bei einem Rückstand von zwei Mietzahlungen die fristlose Kündigung aus und leite so schnell wie möglich die Räumungsklage ein. So vermeidest Du weitere Verzögerungen, um die Mietnomaden aus der Wohnung zu entfernen.

Neben der fristlosen Kündigung strebst Du auch direkt das Räumungsverfahren an. Denn hierbei sind die längsten Verzögerungen zu erwarten. Begib Dich zu einem Anwalt oder hole Dir an anderer Stelle professionelle Unterstützung ein.

Es mag in Deutschland zwar weiterhin mit einem größeren Aufwand verbunden sein, die Mietnomaden loszuwerden, doch setzt die erfolgreiche Räumungsklage voraus, dass Du selbst tätig wirst und Dich nicht vertrösten lässt.

Fehlverhalten der Mietnomaden dokumentieren

Für Dich als Vermieter mag der Fall klar sein. Die Mietnomaden sind in die Wohnung eingezogen und haben nicht einmal die Absicht gehabt, die Miete zu zahlen. Doch das Gericht muss die Interessen beider Seiten ordentlich berücksichtigen.

Damit kein Zweifel an der Entscheidung aufkommt, ist eine lückenlose Dokumentation erforderlich. Hierfür gehört, dass Du Kopien des Mietvertrages sowie der Kontoauszüge und der Kommunikation mit den Mietnomaden anfertigst. Daher bietet es sich grundsätzlich an, nur schriftlich zu kommunizieren und keine Telefongespräche zu führen.

Diese Vorbereitungen helfen Dir bei der Durchführung eines Urkundenprozesses[3]https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/urkundenprozess-49383 im Rahmen der Räumungsklage. Dadurch ist eine Entscheidung des Gerichts ohne Befragung von Zeugen und allein auf Basis der Dokumente möglich. Dies beschleunigt das Verfahren erheblich und führt zu geringeren Gerichtskosten.

Effektiv vor Mietnomaden schützen

Um nicht zum Opfer von Mietnomaden zu werden, müssen sich Vermieter gründlich mit den Interessenten der Wohnung befassen. Es reicht nicht, nur kurz das Bewerbungsanschreiben zu prüfen. Es ist eine größere Sorgfalt erforderlich, welche auch das Einholen der Schufa-Auskunft, der Mietschuldenfreiheitsbescheinigung und des Einkommensnachweises umfasst.

Für eine restlose Absicherung dient die Mietnomadenversicherung, welche im günstigsten Fall weniger als 10 Euro im Monat kostet. Als Vermieter ist die Gefahr von Mietnomaden ernstzunehmen. Es drohen Schäden im Bereich mehrerer zehntausend Euro, welche Vermieter ohne Versicherung selbst begleichen müssten.

Häufige Fragen

Zum Schutz vor Mietnomaden solltest Du als Vermieter gründliche Mieterprüfungen durchführen. Verlange Ausweiskopien, Selbstauskünfte, Gehaltsabrechnungen und Schufa-Auskünfte. Ebenfalls hilfreich sind vorherige Vermieterbescheinigungen, die über das Zahlungsverhalten des potenziellen Mieters informieren.

Eine gute Absicherung als Vermieter erreichst Du durch einen detaillierten Mietvertrag. Darin sollten alle Rechte und Pflichten eindeutig definiert sein. Auch eine ausreichend hohe Kaution und regelmäßige Wohnungsbegehungen sind wirksame Instrumente zur Absicherung.

Unerwünschte Mieter loszuwerden, kann eine Herausforderung sein. Es ist wichtig, sich strikt an die rechtlichen Vorgaben zu halten. Die Kündigung muss schriftlich erfolgen und darf nur unter bestimmten Bedingungen ausgesprochen werden, zum Beispiel bei wiederholter verspäteter Mietzahlung oder Verstoß gegen die Hausordnung.

Mietnomaden zu erkennen, kann schwierig sein, da diese oftmals geschickt vorgehen. Auffälligkeiten wie konstant verspätete oder ausbleibende Mietzahlungen und mangelnde Kommunikation können jedoch Hinweise liefern. Eine sorgfältige Dokumentation aller Vorfälle und das Einholen von Informationen bei früheren Vermietern können helfen, Mietnomaden frühzeitig zu identifizieren.

Sebastian Jacobitz

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