Auf einen Blick

  • Du kannst Schimmelbildung vorbeugen, indem Du regelmäßig und effektiv lüftest
  • Tägliches Stoßlüften ist effektiver als dauerhaft gekippte Fenster und verbessert das Raumklima
  • Trotz richtigem Lüften können bauliche Mängel, falsche Heizgewohnheiten oder die Raumgestaltung eine Schimmelbildung begünstigen
  • Bei Verdacht auf bauliche Mängel ist der Vermieter verantwortlich und muss diese beheben

Als Hauptmaßnahme gegen die Schimmelbildung gilt das Lüften. Durch das Öffnen der Fenster entsteht ein Durchzug, mit welchem die Luftfeuchtigkeit in den Räumen sinkt. Dadurch entziehst Du dem Schimmel die Grundlage und dieser hat keine Chance sich in Deiner Wohnung auszubreiten.

Achtest Du bereits auf das Lüftungsverhalten und tritt dennoch der Schimmel auf, kommen hierfür verschiedene Ursachen infrage. Erfahre, weshalb trotz Lüften ein Schimmelbefall in Deiner Wohnung vorliegen könnte und wie Du dagegen vorgehst.

Optimales Lüften der Räume

Dir ist bewusst, dass eine hohe Luftfeuchtigkeit in den Räumen die Voraussetzung für den Schimmelbefall darstellt. Denn nur in einer feuchten Umgebung fühlen sich die Pilzsporen wohl und breiten sich dort aus.

Mit dem regelmäßigen Lüften versuchst Du die Luftfeuchtigkeit zu reduzieren. Du lässt die feuchtwarme und abgestandene Luft aus den Räumen, womit die Hoffnung besteht, dass der Schimmel keine Angriffsfläche besitzt.

Doch trotz selbst bei einem regelmäßigen Lüften sind Fehler möglich, die das Schimmelrisiko steigern. Befolge die nachstehenden Grundregeln, damit das Lüften tatsächlich effektiv dem Schimmel vorbeugt.

  • Tägliches Stoßlüften

Um die Wohnung mit Frischluft zu versorgen, könntest Du das Fenster dauerhaft gekippt lassen. Damit minimierst Du den Aufwand und stellst trotzdem sicher, dass ein Luftaustausch stattfindet.

Doch ständig das Fenster gekippt zu lassen, ist nicht zu empfehlen. Der Luftaustausch ist dabei minimal, sodass sich die Feuchtigkeit in den Räumen sammelt.

Person liegt wach im Bett
Stoßlüften anstatt gekippter Fenster

Das gekippte Fenster ist für den Luftaustausch nur wenig effektiv. Deutlich besser ist es, für wenige Minuten ein Stoßlüften durchzuführen. Dabei öffnest du mehrere Fenster in der Wohnung, sodass ein Durchzug entsteht.

Besser ist es, täglich ein Stoßlüften durchzuführen. Dabei öffnest Du mehrere Fenster in der Wohnung, sodass ein Durchzug entsteht. Wenige Minuten reichen dabei schon aus, um das Raumklima zu verbessern

  • Lüftungsverhalten im Sommer

Eine besondere Herausforderung stellt der Sommer dar. An den warmen Tagen ist die Außenluft wärmer als innerhalb der Räume. Daher gilt die Empfehlung, lieber morgens und abends die Fenster zu öffnen, um die kühlere Luft hineinzulassen. Während der warmen Mittagsstunden verzichtest Du besser auf ein Lüften. Indem Du die Räume kühler hältst, wird der Taupunkt[1]https://www.weltderphysik.de/thema/hinter-den-dingen/was-beschreibt-der-taupunkt/ nicht erreicht. Nasse Fenster oder Wände aufgrund der Kondensfeuchte stellen dann kein Risiko dar, sodass Du einem Schimmel am Fenster vorbeugst.

Ursachen für den Schimmel trotz Lüften

Du beachtest die Grundregeln des Lüftens und dennoch macht sich der Schimmel bei Dir bemerkbar. Ergründe die folgenden Ursachen, um entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Ungenügendes Heizen

Das Einsparen von Energie ist in den vergangenen Jahren zu einem immer wichtigen Thema geworden. Dabei steht auch das Heizen in den Wohnräumen im Vordergrund. Durch ein vermindertes Heizen werden sowohl die Energie als auch Kosten gespart.

Doch für den Schimmel im Winter sind die kühleren Raumtemperaturen willkommen. Denn die kalte Luft ist nur eingeschränkt fähig, die Feuchtigkeit aufzunehmen.

Daher gilt der Rat, die Räume so zu heizen, dass zumindest eine Temperatur von mindestens 20 °C vorliegt. Kühlt die Wohnung stärker aus, nimmt das Schimmelrisiko, selbst bei einem häufigen Lüften, zu.

Wärmebrücken

Wärmebrücken sind Stellen an der Wand, in denen eine höhere Wärmeleitfähigkeit vorliegt. Diese Bereiche kühlen schneller aus, sodass der Taupunkt eher erreicht wird. Die Kondensfeuchte lagert sich dort ab, was zum Schimmelbefall führt.

Besonders bei Altbauten sind die Wärmebrücken[2]https://www.schoeck.com/de/arten-von-waermebruecken ein Problem. Sie treten vornehmlich an Balkonplatten, Heizkörpernischen oder Fenstern auf.

Liegen extreme Wärmebrücken vor, bringt auch das sorgfältigste Lüften nichts. Es liegt ein Baumangel vor, welcher die Schimmelbildung begünstigt. Nur durch umfangreiche Sanierungsmaßnahmen lassen sich die Wärmeverluste eindämmen, was der Schimmelbildung entgegenwirkt.

Sperrige Möbelstücke direkt an der Wand

Häufig vernachlässigt wird bei der Raumgestaltung, dass große Möbelstücke nicht direkt an der Wand stehen dürfen. Befindet sich keinerlei Freiraum dahinter, ist die Luftzirkulation eingeschränkt. Dies bewirkt, dass sich die Feuchtigkeit hinter den Möbelstücken sammelt und dem Schimmel einen idealen Nährboden gewähren.

Person liegt wach im Bett
Kaum Luftaustausch

Stehen die Möbel direkt an der Wand, sammelt sich dort die Feuchtigkeit. Ein Luftaustausch ist dort nicht mehr möglich, sodass dahinter der Schimmel in Erscheinung treten könnte.

Achte besonders bei den Außenwänden darauf, dass Du einen geringen Abstand einhältst. Stelle Schränke, das Bett oder das Sofa wenige Zentimeter vor der Wand auf, damit ein ausreichender Luftaustausch besteht.

Mängel an der Bausubstanz

Ebenso könnten andere Mängel an der Bausubstanz vorliegen. Bei diesen hilft auch das stärkste Lüften nichts. Der Vermieter muss sich darum kümmern, um einer Schimmelbildung vorzubeugen. Andernfalls hilft eine Mietminderung bei Schimmel, damit der Vermieter eher zum Handeln gezwungen ist.

Zu den Mängeln an der Bausubstanz zählen Risse im Putz oder Fugen, durch diese Feuchtigkeit in die Wände eindringt. Auch undichte Rohre oder eine nicht fachgerechte Dämmung erhöhen das Risiko einer Schimmelbildung.

Nutzungsweise der Wohnung

Zuletzt musst Du auch selbst prüfen, inwiefern Du zur Bildung der Luftfeuchtigkeit in der Wohnung beiträgst. Denn durch eine unsachgemäße Nutzung trägst Du zum Schimmelbefall bei.

Hierzu gehören das Aufstellen zahlreicher Pflanzen in den Wohnräumen. Durch das regelmäßige Gießen trägst Du zur Erhöhung der Feuchtigkeit bei. So sehr Du die Pflanzen schätzt, könnte es an der Zeit sein, die Anzahl zu reduzieren, wenn sich Schimmel in der Wohnung einfindet.

Gleiches gilt auch, falls Du gerne ausgiebig kochst oder die Wäsche in der Wohnung zum Trocknen aufhängst. Selbst das richtige Lüften könnte nicht genügen, um dem Eintrag der Feuchtigkeit entgegenzuwirken.

Maßnahmen gegen den Schimmel

Das korrekte Lüften stellt einige der wichtigsten Maßnahmen gegen den Schimmelbefall dar. Treten dennoch Probleme auf und Du entdeckst Schimmelflecken an den Wänden, dann versuche mehr zu heizen und die Mindesttemperaturen in den Räumen einzuhalten.

Halte zudem den Eintrag der Feuchtigkeit so gering wie möglich. Trockne Deine Wäsche besser auf dem Balkon oder im Außenbereich, sodass das Raumklima davon unbeeinträchtigt bleibt.

Besteht der Verdacht, dass bauliche Mängel vorliegen, ist der Vermieter der richtige Ansprechpartner. Er muss dafür sorgen, dass es an den Wänden nicht zu einer Bildung von Kondensfeuchtigkeit kommt. Tritt der Schimmel trotz Deiner Maßnahmen regelmäßig in Erscheinung, dann ziehe eine Mietminderung wegen des Schimmels in Betracht.

In der Folge muss der Vermieter einen Bausachverständigen beauftragen, welcher die Ursache des Schimmelbefalls erörtert. Ist die Dämmung nicht fachgerecht installiert, sind umfangreiche Sanierungsarbeiten erforderlich, die für Dich aber nicht mit Mehrkosten einhergehen.

Auftreten des Schimmels trotz Lüften

Ein falsches Lüften ist eine der häufigsten Ursachen für den Schimmelbefall. Dazu gehört nicht nur, dass das Lüften zu selten erfolgt, sondern nicht effektiv genug ist. Denn ein ständig gekipptes Fenster ist keinesfalls ausreichend, um einen kompletten Luftaustausch in der Wohnung zu gewährleisten.

Achte in Deiner Wohnung darauf, dass Du regelmäßig stoßlüftest und im Sommer dazu die Morgen- sowie Abendstunden nutzt. Stelle größere Möbel nicht direkt an die Wand und heize die Räume, sodass diese nicht auskühlen.

Tritt dennoch der Schimmel auf, liegt der Verdacht nahe, dass Mängel an der Bausubstanz dafür verantwortlich sind. Ein Gutachter muss dann prüfen, ob Wärmebrücken oder andere Ursachen für die Schimmelbildung infrage kommen, sodass der Vermieter in der Pflicht steht, diese Probleme zu beheben.

Häufige Fragen

Schimmel entsteht nicht durch übermäßiges Lüften. Im Gegenteil, ein ausreichender Luftaustausch hilft, Feuchtigkeit zu reduzieren und ein Schimmel-freundliches Umfeld zu verhindern. Durch Lüften regulierst Du das Raumklima und minderst das Risiko der Schimmelbildung.

Das Erkennen von Schimmel durch falsches Lüften gestaltet sich komplex. Schimmelbildung weist oft auf unzureichende Belüftung hin. Du erkennst es an feuchten Wänden oder Fenstern, muffigem Geruch und sichtbaren schwarzen oder grünen Flecken.

Zum Vorbeugen von Schimmelbildung solltest Du täglich mindestens zwei- bis viermal die Räume lüften. Ideal sind 5-10 Minuten im Winter und bis zu 30 Minuten im Sommer. Dabei ist stoß- oder quer gelüftetes Lüften vorzuziehen, da dies einen schnellen und effektiven Luftaustausch fördert.

Hohe Luftfeuchtigkeit trotz Lüften kann mehrere Ursachen haben. Möglicherweise ist die Außenluft sehr feucht oder es gibt interne Quellen für Feuchtigkeit wie Kochen, Duschen oder Pflanzen. Auch eine unzureichende Isolation kann zur Feuchtigkeitsansammlung beitragen. Um die Luftfeuchtigkeit zu senken, solltest Du regelmäßig und richtig lüften und eventuell einen Luftentfeuchter einsetzen.

Sebastian Jacobitz

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