Auf einen Blick

  • Messies horten Gegenstände und verbinden sie mit emotionalen Werten, daher fällt ihnen das Loslassen schwer
  • Lebensmittelhortung ist eine Art der Messie-Störung, geprägt von Angst und dem Bedürfnis nach Kontrolle und Sicherheit
  • Tierhortung bezieht sich auf das unkontrollierte Sammeln von Tieren, oft aus Überforderung oder dem Wunsch zu helfen
  • Das Messie-Syndrom ist eine anerkannte psychische Störung, die professionelle Hilfe und Verständnis erfordert

Inhaltsverzeichnis


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Messies sind für außenstehende Personen, die anscheinend wahllos Gegenstände horten. Sie sind nicht in der Lage, sich von etwas zu trennen, sodass die eigene Wohnung immer mehr vermüllt.

Was für die meisten Menschen keinen Wert besitzt, ist für Messies jedoch bedeutsam. Mit alten Zeitungen sowie Gegenständen verbinden Sie einen emotionalen Wert, weshalb es Ihnen schwerfällt, sich davon zu trennen.

Welche Typen von Messies gibt es und worin liegen die Unterschiede in Ihrem Verhalten? Erfahre mehr, über das Syndrom und versuche zu verstehen, wie Du Messis helfen kannst.

Messie Typ 1: Horten von Lebensmitteln

Unter dem Aufbewahren von Lebensmitteln werden verschiedene Störungen zusammengefasst. Es handelt sich hierbei um Personen, welche sowohl größere Vorräte anlegen, als auch nicht in der Lage sind, die Essensreste zu entsorgen.

Begleitet wird dieses Verhalten mehrheitlich von starken Ängsten. Durch das Anlegen der Vorräte erhalten die Betroffenen wieder das Gefühl, mehr Kontrolle über Ihr Leben zu erhalten. Sie müssen nicht fürchten, dass der Kühlschrank leer ist oder Sie hungern müssen. Denn die Vorräte reichen häufig für einige Monate und vermitteln ein Gefühl der Sicherheit.

Horten von Lebensmitteln
Ausdruck von Ängsten

Das Aufbewahren der größeren Mengen an Lebensmitteln, vermittelt den Betroffenen ein Gefühl der Sicherheit. Sie sind nicht mehr der Angst ausgesetzt, dass der Kühlschrank leer ist und Sie nichts zu essen finden.

Problematisch ist hierbei, dass einige Lebensmittel verderben und Betroffene nicht in der Lage sind, diese zu entsorgen. So schimmeln verderbliche Nahrungsmittel vor sich hin und gehen mit einer Gesundheitsgefahr[1]https://www.infranken.de/ratgeber/gesundheit/verschimmelte-lebensmittel-das-passiert-mit-deinem-koerper-wenn-du-schimmel-isst-art-5302499 einher.

Ebenso fällt es Betroffenen schwer, sich von den Essensresten zu trennen. So werden leere Verpackungen aufbewahrt, die eigentlich in den Müll gehören.

Schon nach kurzer Zeit zeigen sich die Auswirkungen des Verhaltens. Ungeziefer findet sich in der Wohnung ein. Angezogen von den Essensresten, fühlen sich Ratten und andere Schädlinge heimisch.

Der Befall bleibt auch den Nachbarn nicht verborgen. Mit der Zeit ist ein deutlicher Geruch wahrnehmbar, welcher in das Treppenhaus dringt. Zu diesem Zeitpunkt liegt jedoch bereits ein größerer Schaden vor, welcher häufig in den fünfstelligen Bereich geht.

Vermieter dürfen zwar nicht die Wohnung auf die Sauberkeit hin überprüfen, doch lohnt sich auch der Gang durch das Treppenhaus. Dort könnten erste Warnhinweise, wie der Geruch, Müllreste oder gar Ungezieferkot verdeutlichen, dass ein Problem vorliegt.

Messie Typ 2: Tierhortung

Haustiere in der Mietwohnung stehen bei Menschen hoch im Kurs[2]https://www.petbook.de/ratgeber-service/beliebteste-haustiere-deutschland. Hunde, Katzen oder Kleintiere in der Wohnung stellen für Mieter emotionale Begleiter dar. Dies ist insbesondere in Zeiten, in denen immer mehr Single-Haushalte entstehen, eine wichtige mentale Stütze.

Doch bei der Tierhortung verlieren die Betroffenen jegliches Maß. Sie sammeln eine Vielzahl von Tieren an, die keinesfalls für die Wohnung oder die Behausung geeignet sind.

Die Gründe für das Ansammeln der Tiere sind vielfältig. Hierzu zählen:

  • Grenzenlose Helfer

Betroffene geben zunächst Tieren ein neues Zuhause, die offensichtlich Hilfe benötigen. Sie nehmen vielleicht misshandelte Haustiere auf und kümmern sich um diese. Die Hilfsbereitschaft ist jedoch so groß, dass wahllos jedem Tier ein neues Zuhause geboten wird. So sammeln sich immer mehr Tiere an, die eigentlich keinen Platz vorfinden und eine artgerechte Haltung unmöglich machen.

  • Profitgetriebene Züchter

Bei Züchtern, die zur Tierhortung neigen, steht zu keinem Zeitpunkt das Tierwohl im Vordergrund. Ihnen geht es lediglich darum, aus den Tieren Kapital zu schlagen oder wenige zur Schau zu stellen. Die Tiere vermehren sich unkontrolliert und dienen in erster Linie zum Verkauf sowie der Aufwertung des eigenen Selbstwertgefühls, wenn Exemplare beachtenswerte Ergebnisse bei Tierschauen erzielen.

  • Überforderte Pfleger

Dieser Messie Typ zeichnet sich auch zunächst dadurch aus, dass Er den Tieren helfen möchte. Sie laufen Ihm entweder zu oder vermehren sich, zunächst noch in geringem Ausmaß. Doch mit der Zeit wachsen die Tiere zu einer solch großen Zahl heran, dass die artgerechte Pflege nicht mehr möglich ist. Die Betroffenen zeigen sich jedoch uneinsichtig und sind kaum in der Lage, sich von den Tieren zu trennen.

Messie Typ 3: Emotionale Messies

Bei emotionalen Messies äußert sich die Sammelleidenschaft meist im Aufbewahren von Gegenständen, die mit einer Erinnerung verbunden sind. Dies können Geschenke, Fotos oder Zeitungen sein.

Dabei gehen Sie eher wahllos vor und unter dem Sammelzwang finden sich sämtliche Zeitungen eines Jahrgangs ein. Obwohl für Außenstehende nicht nachvollziehbar ist, dass diese Dinge einen Wert besitzen, ist für den Messie damit eine Emotion verbunden.

Emotionen im Müll
Erinnerungen in eigentlich wertlosem Müll

Den meisten Messies gemein ist, dass Sie nicht in der Lage sind den Müll als solchen zu erkennen. Sie verbinden selbst mit weggeworfenen, leeren Lebensmittelverpackungen noch einen Wert, weshalb Sie sich nicht davon trennen können. Möglicherweise verbinden Sie damit Erinnerungen an eine schönere Zeit, weshalb das Entsorgen für Sie nicht möglich ist.

Häufig ist diese Art der Sammelleidenschaft auf ein traumatisches Erlebnis zurückzuführen. Betroffene klammern sich dann eine schönere Zeit und rufen sich diese mit den Gegenständen stärker ins Gedächtnis.

Messie Typ 4: Sammelleidenschaft für Müll

Weniger auf bestimmte Gegenstände haben es Messies abgesehen, die teilweise Mülltonnen durchwühlen und dabei kleine „Schätze“ finden. Sie sind nicht in der Lage zwischen Dingen zu unterscheiden, die tatsächlich einen Wert besitzen und Müll. Betroffene finden in jedem noch so nutzlosem Gegenstand etwas Nützliches, sodass Sie nicht verstehen, weshalb sie in der Mülltonne landen.

In der Wohnung sind Sie nicht in der Lage etwas wegzuschmeißen und es sammelt sich zudem noch der Müll fremder Personen an. Auf diese Weise entsteht ein komplettes Chaos, welches mit Schäden an der Wohnung sowie einer Gesundheitsgefährdung einhergeht.

Folgen des Messie-Syndroms

Das Messie-Syndrom[3]https://www.msdmanuals.com/de/heim/psychische-gesundheitsst%C3%B6rungen/zwangsst%C3%B6rung-und-%C3%A4hnliche-erkrankungen/messie-syndrom ist eine anerkannte psychische Erkrankung. Das reine Aufräumen der Messie Wohnung stellt für Betroffene keine langfristige Hilfe dar, sondern würde den Leidensdruck nur erhöhen. Sie könnten einer Therapie ablehnender gegenüberstehen, weshalb solch eine Art der Hilfe dringend zu unterlassen ist.

Erfolgversprechender ist es, ein Verständnis für das Verhalten aufzubringen und der Person eine Unterstützung bei der Suche nach einem Therapieplatz zuzusichern. Ebenso dienen Selbsthilfegruppen als Anlaufstelle, um einen Ausweg zu finden.

Messies gelingt es häufig eine Art Parallelwelt aufzubauen. Nach außen hin führen Sie ein geregeltes Leben und es ist nicht ersichtlich, dass Sie von der Störung betroffen sind.

Doch langfristig nehmen die Probleme zu. Betroffenen ist es kaum mehr möglich, Beziehungen innerhalb der Familie oder zu Freunden aufrechtzuerhalten. Sie ziehen sich zurück, sind sozial isoliert und damit verstärkt sich oftmals der Sammelzwang.

Tritt dann der Verlust des Arbeitsplatzes auf, sind damit finanzielle Probleme verbunden. Häufig sind Betroffene mit den notwendigen Behördengängen überfordert, sodass Sie in Rückstand mit der Miete geraten.

Zudem treten gesundheitliche Folgen sowohl auf körperlicher als auch seelischer Ebene in Erscheinung. Die unhygienischen Lebensbedingungen stellen ein Risiko dar und schwerwiegende Schäden treten an der Bausubstanz auf.

Verschiedene Typen des Messie-Syndroms

Das Messie-Syndrom ist im Allgemeinen auch als Vermüllungssyndrom bekannt. Betroffene können sich nur schwer von Dingen trennen und sammeln sämtliche Gegenstände, die für Sie anscheinend einen Wert besitzen.

Hierbei sind verschiedene Typen zu unterscheiden. So gibt es Messies, die immer mehr Tiere bei sich aufnehmen oder Betroffene, die außerordentliche Mengen an Lebensmittelvorräte anlegen.

Gleich ist den Betroffenen, dass Sie einen Psychologen zur Behandlung der Erkrankung benötigen. Nur mithilfe einer Therapie lässt sich langfristig ein Umdenken einleiten, sodass Messies sich in der Lage sehen, den Müll zu entsorgen.

Häufige Fragen

Das Messie-Syndrom beginnt meist schleichend und kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Häufig liegt eine schwierige Lebensphase, wie etwa ein Trauerfall, eine Trennung oder eine Krankheit, zugrunde. Manchmal entwickelt es sich aber auch aus einem anfänglich harmlosen Sammeltick.

Messies leiden häufig unter psychischen Störungen wie Depressionen, Angstzuständen oder Zwangsstörungen. Diese können sowohl Ursache als auch Folge des Messie-Syndroms sein. Zudem haben sie oft Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen und ihre Alltagsaufgaben zu bewältigen.

Das Sammeln von Tieren bei Menschen mit dem Messie-Syndrom ist oft auf den Wunsch nach Zuneigung und Geborgenheit zurückzuführen. Sie versuchen, ihre Einsamkeit und Isolation durch die Pflege und das Zusammenleben mit Tieren zu kompensieren. Leider führt dies häufig zu einer Überforderung, da die notwendige Versorgung der Tiere nicht gewährleistet werden kann.