Auf einen Blick

  • Eine Baufinanzierung ist grundsätzlich in jedem Alter möglich
  • Grundlage der Kreditzusage ist die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Rückzahlung
  • Im höheren Alter sinkt das Einkommen und das Sterberisiko steigt, weshalb eine Baufinanzierung schwieriger wird
  • An einem Alter von 60 Jahren sind kürzere Kreditlaufzeiten sowie höhere Zinsen üblich

Erst mit im höheren Alter ist in Dir der Wunsch nach einem Eigenheim gereift. Bisher hast Du die Flexibilität bevorzugt, doch mittlerweile schätzt Du es, längerfristig an einem Ort zu bleiben.

Doch bei der Baufinanzierung könnte die Sorge bestehen, dass das höhere Alter zu einer Ablehnung führt. Denn der Kreditgeber vergibt lieber das Darlehen an junge Familien, welchen mehr Zeit für das Abbezahlen der Immobilie verbleibt.

Ist diese Sorge berechtigt und gibt es eine feste Grenze, bis zu der die Kreditvergabe erfolgt oder kannst Du auch im fortgeschrittenen Alter noch erfolgreich eine Baufinanzierung abschließen? Erfahre, welche Kriterien für die Kreditvergabe entscheidend sind und wie die Baufinanzierung im Alter gelingt.

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Zahlungsfähigkeit als oberstes Kriterium

Banken vergeben Kredite allein aus dem Grund, um damit eine Rendite zu erwirtschaften. Sie verleihen die Geldsumme und erwarten, dass die Rückzahlung wie vereinbart erfolgt. Aufgrund des Zinses ist dieses Geschäft für sie profitabel, sodass die Kreditvergabe eine lohnenswerte Entscheidung darstellt.

Profitables Kreditgeschäft

Für den Kreditgeber steht an erster Stelle, dass Du pünktlich das Darlehen zurückzahlst. Das Alter ist daher kein Ausschlusskriterium, insofern die Rückzahlung wie vereinbart erfolgt. Allerdings sind aufgrund des niedrigeren Einkommens im Alter größere Herausforderungen bei der Baufinanzierung zu berücksichtigen.

Das Alter ist demnach für die Zusage der Baufinanzierung weniger entscheiden. Die Bank interessiert sich grob gesagt nicht dafür, wann Du geboren bist, sondern ausschließlich, wie zuverlässig Du den Kredit zurückzahlst. Dementsprechend findet eine individuelle Betrachtung Deiner Kreditwürdigkeit statt. Ist das Ausfallrisiko gering[1]https://www.smava.de/kredit/ausfallrisiko/ , steigen die Chancen einer Zusage und Du erhältst auch im fortgeschrittenen Alter die Finanzierung.

Dementsprechend steht zu jeder Lebensphase im Vordergrund, wie zahlungsfähig Du bist. Verfügst Du über ein langfristig hohes Einkommen und kannst die monatliche Rate bedienen, nimmt das Kreditinstitut Dich als verlässlichen Kreditnehmer an.

Herausforderungen der Baufinanzierung im Alter

Ob eine Kreditvergabe erfolgt, hängt in erster Linie mit Deiner Kreditwürdigkeit zusammen. Die Bank verfolgt ausschließlich das Ziel, dass eine vollständige und pünktliche Rückzahlung erfolgt. Im fortgeschrittenen Alter sorgen die nachstehenden Faktoren dafür, dass sich Herausforderungen ergeben.

Geringeres Einkommen

Der Verlauf des Einkommens befolgt im Laufe des Lebens meist eine klare Linie. Im jüngeren Alter steht die Ausbildung an erster Stelle. Das Einkommen ist gering und mit der Bildung wird die Grundlage für ein späteres, höheres Einkommen gelegt. Nach der Schule schließt sich immer häufiger das Studium an und der Eintritt in das Arbeitsleben gelingt für die meisten Personen mit Mitte 20.

Zu Beginn der Karriere ist das Arbeitseinkommen noch relativ gering. Es fehlt Berufserfahrung und Arbeitgeber sind beim Gehalt zurückhaltender. Erst mit den folgenden Jahren gelingt es, Gehaltssteigerungen zu erfahren.

Insofern keine längeren Phasen der Erwerbslosigkeit vorlagen, findet eine kontinuierliche Steigerung bis zum Renteneintritt statt. Das Einkommen erreicht somit mit Anfang 60 das Maximum.

Belastende Kreditraten

Mit dem Renteneintritt geht das Haushaltseinkommen meist deutlich zurück. Daher besteht das Bestreben der Kreditgeber, die Finanzierung möglichst vor der Rente abzuschließen. Andernfalls könnten die Raten nicht mehr zu bedienen sein.

Mit dem Renteneintritt findet jedoch ein deutlicher Einschnitt statt. Denn die gesetzliche Rente befindet sich auf einem deutlich niedrigeren Niveau[2]https://www.bpb.de/kurz-knapp/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61842/entwicklung-des-rentenniveaus-grv/ . Das Haushaltsbudget verringert sich, weshalb Einsparungen erforderlich sind.

Daher verfolgen Kreditgeber das Ziel, dass die Baufinanzierung spätestens mit dem Renteneintritt abgeschlossen ist. Dadurch sollen Rentner eine Entlastung erfahren und nicht mehr das Darlehen bedienen müssen. Ist die Dauer des Hauskredits so gestaltet, dass bis zur Rente die komplette Tilgung erfolgt ist, erscheint das Ausfallrisiko möglichst gering.

Sterbewahrscheinlichkeit

Als weiterer Risikofaktor ist die Sterbewahrscheinlichkeit anzusehen. Mit höherem Alter ist es wahrscheinlicher, innerhalb des nächsten Jahres zu sterben. Findet dieses Ereignis statt, während die Finanzierung noch nicht abgeschlossen ist, besteht die Gefahr, dass es zu einem Ausfall des Kredits kommt. Denn die Erben könnten die Erbschaft ausschlagen, falls die Kreditschulden den Immobilienwert übersteigen. Der Kreditgeber dürfen dann zwar einen Verkauf der Immobilie anstreben, doch könnte dies nur einen Teil der noch offenen Forderungen bedienen.

Banken bevorzugen es daher, dass der Kreditnehmer persönlich für das Darlehen haftet. Damit es im Todesfall nicht zu einem Schaden kommt, verlangen Kreditgeber das Einbringen von zusätzlichen Sicherheiten.

Im Alter erfolgreich die Baufinanzierung abschließen

Die Baufinanzierung geht im höheren Alter mit zusätzlichen Herausforderungen einher. Eine Baufinanzierung mit 50 oder 60 Jahren abzuschließen, ist aber längst nicht mehr unmöglich. Schließlich steigt die Lebenserwartung und immer mehr Rentner sehnen sich nach einem Eigenheim. Dieses ist ganz auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten und stellt einen dauerhaften Wert dar, welcher später an die Kinder übergeht.

Damit auch im Alter die Finanzierung erfolgreich gelingt, sind folgende Tipps zu berücksichtigen. So erhöhst Du die Chancen einer Zusage und kannst selbst im höheren Alter eine Immobilie finanzieren.

Eigenkapitalquote erhöhen

Im Zuge der Baufinanzierung stellt sich die Frage, wie viel Eigenkapital Du einbringen solltest. Grundsätzlich gilt die Empfehlung etwa 20 bis 30 Prozent der Kaufsumme sowie die gesamten Kaufnebenkosten aus den eigenen Ersparnissen zu zahlen. So erbringst Du eine höhere Sicherheitsleistung und erhältst günstigere Zinsen.

Mehr Sicherheiten bereitstellen

Für eine erfolgreiche Baufinanzierung im Alter sind höhere Sicherheiten erforderlich. Dies bedeutet, dass mehr Eigenkapital erforderlich und die Kreditlaufzeit kürzer ist. Dadurch sinkt das Finanzierungsrisiko des Kreditgebers, was die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Darlehensvergabe erhöht.

Für die Baufinanzierung im Alter könnte die Bank verlangen, dass weiteres Eigenkapital erforderlich ist. Die Quote übersteigt dementsprechend die üblichen 30 Prozent. Dadurch sinkt der Anteil des Fremdkapitals und dem Kredit steht eine höhere Sicherheit gegenüber.

Rechne also damit, dass für eine erfolgreiche Immobilienfinanzierung im Alter mehr Eigenkapital notwendig ist. Dieses stellt eine Sicherheit dar, um das höhere Finanzierungsrisiko auszugleichen.

Schnellere Tilgung anstreben

Üblicherweise erwarten Kreditgeber, dass die Finanzierung bis zum Rentenalter abgeschlossen ist. Nimmst Du den Immobilienkredit mit 50 Jahren auf, muss dieser mit 65 Jahren vollständig zurückgezahlt sein. Dies ist darauf zurückzuführen, dass mit der Rente das Einkommen deutlich sinkt und die monatliche Rate das Budget übersteigen könnte.

Verfügst Du auch nach dem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben noch über ein höheres Einkommen, könnte die Baufinanzierung im Alter weiterlaufen. Dies ist zum Beispiel für Beamte möglich, deren Pension auf einem deutlich höheren Niveau liegt als die staatliche Rente.

Dennoch ist auch hier die Laufzeit so anzupassen, dass die Rückzahlung möglichst schnell erfolgt. Denn das Sterberisiko nimmt mit zunehmenden Alter zu, sodass selbst bei gesichertem Einkommen der Baukredit bis zu einem bestimmten Höchstalter abbezahlt ist. Erhöhe entsprechend die Tilgungsrate, um die kürzere Kreditlaufzeit zu erreichen.

Zusätzliches Einkommen

Um im Lebensabend nicht von der Altersarmut bedroht zu sein, lohnt es sich, frühzeitig Maßnahmen dagegen zu ergreifen. Lege ausreichend Geld zurück, schließe private Rentenversicherungen ab oder versuche selbstständig noch ein Einkommen zu generieren.

Indem Du nicht ausschließlich auf die gesetzliche Rente angewiesen bist, sondern über weitere Einkommensquellen verfügst, verbesserst Du die Chancen für die Baufinanzierung. So zählen Lebensversicherungen oder andere Finanzanlagen ebenfalls zum Eigenkapital und stellen eine Sicherheit dar.

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Baufinanzierungen im fortgeschrittenem Alter

Pauschal findet das Alter bei der Baufinanzierung kaum eine Berücksichtigung. Wichtig ist in erster Linie, dass eine zuverlässige Rückzahlung des Darlehens erfolgt. Somit besteht kein festes Höchstalter, bis zu dem eine Immobilienfinanzierung abgeschlossen werden darf.

Die Lebensumstände führen allerdings dazu, dass Darlehen im höheren Alter eine größere Schwierigkeit darstellen. Dies ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass das Einkommen im Rentenalter sinkt und die monatliche Rate für den Kredit das Budget übersteigen könnte.

Daher besteht im Allgemeinen das Ziel, dass die Finanzierung bis zum Renteneintritt abgeschlossen ist. Daher sind kürzere Kreditlaufzeiten üblich, um eine entsprechende Rückzahlung zu gewährleisten.

Verfügst Du hingegen auch im Rentenalter noch über ein sicheres und höheres Einkommen, etwa durch eine Pension oder aufgrund privater Zusatzversicherungen, ist eine erfolgreiche Baufinanzierung wahrscheinlicher. Wichtig ist, dass die monatliche Rate zu Deinem Budget passt. Dementsprechend ist ein Kredit auch für Best Ager möglich, insofern das Einkommen es hergibt.

Häufige Fragen

Es ist grundsätzlich möglich, mit 55 Jahren noch ein Haus zu finanzieren. Die Kreditvergabe hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie dem Einkommen, der Bonität, dem vorhandenen Eigenkapital und der Kreditwürdigkeit. Die Bank prüft diese Aspekte, um die Rückzahlungsfähigkeit des Darlehens sicherzustellen. Es kann jedoch schwieriger sein, eine Finanzierung zu erhalten, da das Alter eine Rolle spielen kann. Es ist ratsam, sich mit einem Finanzberater oder einem Hypothekenmakler in Verbindung zu setzen, um die individuellen Möglichkeiten und Voraussetzungen zu klären.

Ja, als Rentner ist es möglich, ein Haus zu finanzieren. Die Kreditvergabe hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie Deiner Rentenhöhe, eventuellen Zusatzeinkünften, vorhandenem Eigenkapital und Deiner Bonität. Die Bank prüft diese Aspekte, um die Rückzahlungsfähigkeit des Darlehens sicherzustellen. Es kann jedoch schwieriger sein, eine Finanzierung zu erhalten, da das Alter eine Rolle spielen kann. Es ist ratsam, sich mit einem Finanzberater oder einem Hypothekenmakler in Verbindung zu setzen, um die individuellen Möglichkeiten und Voraussetzungen zu klären.

Idealerweise sollte man das Haus bis zum Eintritt in den Ruhestand abbezahlt haben. Dies ermöglicht eine finanzielle Entlastung während der Rentenzeit. Es ist ratsam, die Kreditlaufzeit so zu planen, dass sie vor dem Ruhestand endet. Die genaue Zeitdauer hängt jedoch von individuellen Faktoren ab, wie dem Einkommen, der Höhe des Darlehens und den persönlichen finanziellen Zielen. Eine frühzeitige Planung und regelmäßige Rückzahlungen helfen dabei, das Haus rechtzeitig abzubezahlen.

Sebastian Jacobitz

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